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Wahlbarometer: «Fukushima-Effekt» verpufft

Aktualisiert am 12.08.2011

Zehn Wochen vor den eidgenössischen Wahlen hat die Sorge um den Schweizer Franken das politische Klima verändert. Davon profitieren zumindest kurzfristig vor allem die Mitteparteien, wie das neuste Wahlbarometer der SRG SSR zeigt. Die Polparteien SVP und SP hingegen verlieren an Schwung.

Der starke Franken ist zu einer der grössten Sorgen der Schweizer geworden. (Bild: key/Martin Ruetschi)

Der starke Franken ist zu einer der grössten Sorgen der Schweizer geworden. (Bild: key/Martin Ruetschi)

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Wird bei den Wahlen in zehn Wochen so gewählt, wie es das SRG-Wahlbarometer vom Juli vorhersagt, würden Grünliberale, BDP und CVP zu den Gewinnern gehören. Die Grünliberalen kämen auf 4,6 Prozent Wähleranteil. Das sind 3,2 Prozentpunkte mehr als bei den Wahlen 2007. Die BDP könnte 2,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und die CVP würde mit 15 Prozent Wähleranteil gegenüber dem Jahr 2007 sogar um 0,5 Prozentpunkte zulegen.

Die FDP müsste mit 16,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2007 zwar ein Minus von 1,6 Prozentpunkten verzeichnen. Im Vergleich zu den letzten zwei SRG-Wahlbarometern, konnten die Freisinnigen aber erstmals ihren Sinkflug stoppen. Sie gewannen gegenüber dem Barometer vom Juni 1,1 Prozentpunkte dazu.

«Fukushima-Effekt» verpufft

Nicht mehr so einfach zulegen wie unmittelbar nach der Atomkatastrophe in Japan können die Atomgegner-Parteien: Der sogenannte «Fukushima-Effekt», der den Frühling des Wahljahres geprägt habe, sei verpufft, schreiben die Politologen von gfs.bern, das das Wahlbarometer jeweils erstellt.

Die Grünen kommen gemäss des neusten SRG-Wahlbarometers auf 10,1 Prozent Wähleranteil. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr als 2007. Im Vergleich zum Wahlbarometer vom Juni blieben sie mit einem Plus von 0,1 Prozentpunkten stabil.

Die SP liegt mit einem Wähleranteil von 18,5 Prozent 1 Prozentpunkt unter dem Resultat von 2007. Im Vergleich zur Wählerbefragung vom Juni verlor die Partei aber 0,4 Prozentpunkte.

Ein Hinweis, dass der Fukushima-Effekt langsam verpufft, liefern auch die Grünliberalen. Die GLP gehört mit 4,6 Prozent zwar immer noch zu den Gewinnern, verglichen mit den Wahlbarometern vom April und Juni musste sie jedoch zurückbuchstabieren. Im April waren die Grünliberalen noch auf 5,7 Prozent gekommen; im Juni auf 5,2 Prozent.

SVP klar an der Spitze

Klare Leaderin bleibt die SVP mit 27,4 Prozent Wähleranteil. Sie zeige jedoch trotz der jüngst lancierten Initiative «gegen Masseneinwanderung» Mobilisierungsprobleme, halten die Politologen von gfs.bern fest. Bei den Wahlen 2007 hatten sich noch 28,9 Prozent Wähler für die SVP entschieden. Auch im Vergleich zum Barometer vom Juni verlor die SVP 0,1 Prozentpunkte.

Migration erobert 1. Platz zurück

Ein Blick auf das Sorgenbarometer der Wähler dürfte die SVP-Parteistrategen allerdings optimistisch stimmen: Das Thema Migration, das die SVP mit zahlreichen Plakaten, Initiativen und Vorstössen dominiert, beschäftigt die Befragten wieder am meisten. 43 Prozent gaben an, die Migration sei das dringendste oder zweitdringendste Problem, das es zu lösen gelte. Im Juni waren es noch 34 Prozent gewesen.

Noch lediglich 29 Prozent finden Umwelt/Energie das wichtigste Thema. Im Juni (43 Prozent) und im April (47 Prozent) war die Umwelt das Spitzenthema gewesen. Auf dem dritten Platz der dringendsten Anliegen figuriert neu Wirtschaft/Konjunktur: 15 Prozent der Befragten gaben an, das sei ihre grösste Sorge. Im Juni waren bloss 6 Prozent dieser Meinung gewesen.

Nach den Debatten um die Ausschaffungsinitiative Anfang Jahr und der Atomkatastrophe in Japan im März sei die Sorge um den starken Franken und die einheimische Wirtschaft möglicherweise der Anfang eines dritten Zyklus, schreiben die Forscher von gfs.bern. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen dieser Problematik könnten allerdings noch nicht klar eingeordnet werden.

Gfs.bern befragte zwischen dem 25. Juli und 6. August 2005 Wahlberechtigte in der ganzen Schweiz. (rsc/sda)

Erstellt: 12.08.2011, 17:35 Uhr

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