Überregional
Raiffeisen-Bank ist optimistisch – trotz Herabstufung
Artikel zum Thema
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Fast zwei Wochen ist es her, seit die Ratingagentur Moody's die Schweizer Bankengruppe Raiffeisen in ihrer Bonitätsbewertung von Aa1 auf Aa2 herabgestuft hat. Als Hauptgrund nannte Moody's die aggressive Volumenausweitung der Raiffeisen-Gruppe im Hypothekargeschäft. Zumal das Finanzinstitut damit Risiken eingeht, sollte es auf dem Markt zu einer Überhitzung kommen. Damit hat die Bank das zweitbeste Rating verloren und steht in der Gunst von Moody’s nun hinter den Kantonalbanken aus Zürich und St. Gallen an dritter Stelle.
Froh über Kundenreaktionen
Für Christoph Frei, den Vorsitzenden der Bankleitung bei der Raiffeisenbank Zürcher Oberland, ist die Herabstufung kein Beinbruch. «De facto attestiert uns Moody's ein robustes Kreditportfolio», sagt er. «Einzig die makroökonomischen Entwicklungen wirken sich negativ auf die Beurteilung aus.» Dass die Raiffeisen-Gruppe mit dem drittbesten Rating beurteilt werde, sei nicht selbstverständlich. «Schliesslich schneiden nur Kantonalbanken besser ab als wir. Und die haben die Versicherung einer Staatsgarantie.»
Den guten Argumenten zum Trotz kam es in den Tagen nach der Neubeurteilung durch Moody’s vermehrt zu Anfragen verunsicherter Kunden. Anfragen, die Frei als positive Kontakte wertet. «Das gab uns die Möglichkeit, die Sachlage zu erklären und fehlende Informationen zu ergänzen», sagt er. «Wie beispielsweise diejenige, dass die Raiffeisenbanken eine sehr vorsichtige Kreditpolitik betreiben und sich in Risikobereichen nur marginal engagieren.»
Zuwachs dank Schlagzeilen
Sowieso teilt Frei die Befürchtungen einer Immobilienblase nur ansatzweise. Ein grösseres Problem sieht er in ein paar Jahren, wenn die Festhypotheken auslaufen, die zurzeit abgeschlossen werden. «Wenn wir dann ein hohes Zinsniveau haben, könnte es Probleme geben», sagt er. «Betroffen wären aber in erster Linie Gebiete, in denen die Preise generell hoch sind. Beispielsweise rund um den Zürichsee.» Gegenden also, in denen die Raiffeisenbank Zürcher Oberland ihr Engagement sowieso klein hält.
Ob es an den Argumenten liegt, dass es trotz der Herabstufung nicht zu einem Kundenrückgang gekommen ist, bleibt offen. Klar ist hingegen, dass Raiffeisen von den negativen Nachrichten über andere Finanzinstitute jeweils profitieren kann. «Die negativen Meldungen im Zusammenhang mit anderen Banken haben uns neue Kunden verschafft», sagt Frei. «Nicht so stark wie im Jahr 2008, aber dennoch überdurchschnittlich.» Tatsächlich scheint es viele Menschen zu geben, die den Grossbanken dieses Jahr den Rücken gekehrt haben. Beziffern lässt sich der Vorteil für die Raiffeisenbank zwar nicht, von einem guten Resultat ist Frei aber überzeugt. «Das wird das Jahresergebnis zeigen», sagt er. (khe/zol)
Erstellt: 25.11.2011, 20:41 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:

Bitte warten
Schicken Sie uns Ihr bestes Foto an redaktion@zol.ch, Vermerk «Leserbild der Woche». Im ZO/AvU publizierte Fotos werden mit 100 Franken belohnt. 





