Überregional
Private vermiesen Flughafen das Parkplatzgeschäft
Aktualisiert am 07.08.2012 1 Kommentar
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Das Konzept ist einfach: Die Kunden fahren mit dem Auto vor die Abflughalle, geben es bei einem Mitarbeiter eines Parkier-Services ab und ersparen sich so die mühsame Parkplatzsuche. Für die Dauer der Ferien oder der Geschäftsreise stellt die Firma das Auto auf einen Parkplatz, einen Lagerplatz oder auf eine Wiese in der Umgebung.
Viele dieser Valet-Parkingfirmen haben ihren Sitz in angrenzenden Gemeinden wie Bassersdorf und Kloten. Momentan haben rund zehn Anbieter ihre Mitarbeiter am Flughafen postiert, wo sie die Autofahrer vor der Fahrt ins offizielle Flughafen-Parking abfangen.
Für fünf Tage beispielsweise zahlt man bei privaten Anbietern etwa 100 Franken. In den offiziellen Parkhäusern sind es je nach Standort jedoch bis zu 160 Franken. Wie viele Passagiere lieber bei Privaten parkieren und wie gross die Einnahmeausfälle für den Flughafen sind, ist unklar. Man könne da keine Schätzung abgeben, sagte eine Flughafen-Sprecherin am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.
Weko büsste den Flughafen
Bis 2006 waren diese Firmen am Flughafen nicht erlaubt. Dann büsste die Wettbewerbskommission des Bundes (Weko) den Flughafen mit mehreren hunderttausend Franken, weil dieser seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt hatte.
Er wurde verpflichtet, drei Konzessionen an private Anbieter zu vergeben. Diese drei Konzessionäre sind zwar nach wie vor tätig, mittlerweile sind aber auch einige andere auf den Zug aufgesprungen – allerdings ohne Konzession, was aber ohne Folgen bleibt.
Folgen haben die Discount-Angebote im Parkplatzgeschäft aber für den sogenannten Modalsplit. Dieser behördlich verordnete Wert legt fest, wie viele der Reisenden, Angestellten und Besucher mit dem öffentlichen Verkehr zum Flughafen reisen sollen. Momentan liegt dieser Wert bei 40 Prozent. Längerfristig soll er aber auf 46 Prozent erhöht werden.
ÖV-Anteil nimmt ab
Die Fahrten der Parkingfirmen - also die Anfahrt des Passagiers an den Flughafen, die Fahrt zum Parkplatz und das Zurückbringen des Autos - werden bei den Erhebungen mitgezählt. Gemäss Angaben des Flughafens macht die «unkontrollierte Zunahme von solchen Parking- Angeboten die Einhaltung des Modalsplit schwierig». Die Auflagen seien auch ohne diese zusätzlichen Fahrten schon streng.
Die nächste Verkehrserhebung wird 2013 veröffentlicht. Beim Flughafen ist man überzeugt, dass die Discount-Angebote den ÖV-Anteil nach unten sinken lassen. (khe/sda)
Erstellt: 07.08.2012, 15:59 Uhr
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