Überregional

Frierende Bauarbeiter: Gewerkschaft schliesst Baustellen

Aktualisiert am 06.02.2012

Weil es zum Arbeiten draussen zu kalt sei, hat die Unia im Kanton Zürich und im Tessin mehrere Baustellen schliessen lassen.

Auf dieser Baustelle bei Wallisellen geht vorerst gar nichts mehr: die Unia hat sie geschlossen. (Bild: key)

Auf dieser Baustelle bei Wallisellen geht vorerst gar nichts mehr: die Unia hat sie geschlossen. (Bild: key)

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Wegen des frostigen Winterwetters hat die Gewerkschaft Unia am Montag rund 15 Baustellen im Kanton Zürich und im Tessin geschlossen.Sie fürchtet um die Gesundheit der Bauarbeiter, die bei gegenwärtig bis zu -14 Grad Celsius draussen arbeiten müssen.

Die grosse Mehrheit der Baumeister habe es zwar eingesehen und die Arbeiten gleich für mehrere Tage eingestellt, sagte Unia- Sprecher Nico Lutz auf Anfrage der sda. Einige wenige hätten die Angestellten aber aufgrund des Termindruckes weitermachen lassen.

Beton- und Asphaltarbeiten sind bei diesen Temperaturen nicht mehr möglich. Auch Grabungsarbeiten müssen wegen gefrorenen Bodens eingestellt werden. Mancherorts wurden Rohbauten mit Heizpilzen gewärmt, damit gewisse Arbeiten dennoch ausgeführt werden konnten.

Einige Poliere und Baufirmen hätten sich anfänglich wenig einsichtig gezeigt, teilte die Unia nach der Schliessungsaktion mit. Selbst bei diesen Temperaturen sei offensichtlich noch nicht allen Chefs klar, dass sie die Gesundheit der Arbeiter gefährdeten.

20 Prozent Lohneinbusse bei geschlossener Baustelle

Wird eine Baustelle geschlossen, werden die Arbeiter entweder für Arbeiten im Innenausbau und im Untertagbau eingeteilt oder nach Hause geschickt. Sofern die Firma den Arbeitsausfall nicht der Schlechtwetterversicherung der Arbeitslosenversicherung anmeldet, werden die ausgefallenen Stunden meist nicht bezahlt.

Falls die Schlechtwetterversicherung den Ausfall bezahlt, müssen die Bauarbeiter einen Lohnabzug von 20 Prozent hinnehmen. Die Unia fordert deshalb einen Fonds, der von Arbeitnehmern und -gebern gespiesen wird und die finanziellen Einbussen übernimmt.

Gewerkschafter und Baumeister hatten im letzten Jahr einen solchen Vorschlag ausgearbeitet, wurden sich schliesslich aber doch nicht einig. Vergangene Woche hatte die Unia bereits Baustellen in den Regionen Basel und Bern gesperrt.

(kes/sda)

Erstellt: 06.02.2012, 20:53 Uhr

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