Einstöckige S-Bahnen sollen Ein- und Aussteigen beschleunigen

Aktualisiert am 01.12.2011

Im Kanton Zürich wird über die Weiterentwicklung der S-Bahn diskutiert. Dabei wird auch vertieft untersucht, ob neben Doppelstockzügen auch einstöckiges Rollmaterial eingesetzt werden soll.

Einstöckige Züge könnten ein schnelleres Ein- und Aussteigen an den Bahnhöfen bewirken. (Archivbild ZO/AvU)

Einstöckige Züge könnten ein schnelleres Ein- und Aussteigen an den Bahnhöfen bewirken. (Archivbild ZO/AvU)

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Im Kanton Zürich werden derzeit Grundlagen für die langfristige Weiterentwicklung der S-Bahn erarbeitet. Zum Einsatz kommen könnte einstöckiges Rollmaterial mit grossen Stehplatzzonen im Kerngebiet des Zürcher S-Bahn-Netzes, wie aus der am Donnerstag publizierten Antwort des Zürcher Regierungsrates zu einer Anfrage der Grünliberalen hervorgeht. Erfahrungen zeigten, dass Stehplätze für kurze Reisezeiten von den Bahnbenutzern durchaus akzeptiert würden.

«Einstöcker» haben gemäss Regierungsrat einen grossen Vorteil: Das Ein- und Aussteigen geht schneller als bei Doppelstockzügen. Das wirke sich positiv auf die Stabilität des Fahrplans und die Kapazität der Infrastruktur aus.

Das bestehende und neue doppelstöckige Rollmaterial werde zwar auch hinsichtlich der Fahrgastwechselzeiten laufend optimiert, heisst es in der Beantwortung der Anfrage. Der Handlungsspielraum sei jedoch wegen der Treppen systembedingt eingeschränkt. Diese wirkten sich hemmend auf den Fahrgastfluss im Fahrzeug aus.

Beidseitiger Ausstieg nicht finanzierbar

Kaum umsetzbar sind nach Meinung des Regierungsrates Türen auf beiden Etagen des Doppelstockzuges. Die Statik des Rollmaterials und das Lichtraumprofil liessen eine solche Lösung nicht zu.

Zudem müssten die nachfragestarken Bahnhöfe mit zweistöckigen Perrons oder ähnlichen Zugängen ausgestattet werden. «Das wäre, wenn es technisch überhaupt denkbar und möglich wäre, kaum zu finanzieren», schreibt die Regierung.

Nicht realistisch sei auch die «Spanische Lösung» mit je einem Perron links und rechts des Gleises, wie an den meistfrequentierten Bahnhöfen der S-Bahn in München. Bei einer solchen Lösung müssten die Bahnhöfe Hardbrücke, Museumstrasse unter dem Hauptbahnhof und Stadelhofen umgebaut werden.

Ob ein solcher Umbau angesichts der beschränkten Platzverhältnisse überhaupt machbar wäre, sei mehr als fraglich. «Sicher ist dagegen, dass ein solcher Umbau mit sehr hohen Kosten verbunden wäre», hält der Regierungsrat fest. (khe/sda)

Erstellt: 01.12.2011, 19:49 Uhr

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