Remo Fischer beendet Weltcup-Saison
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Mittwochnachmittag, auf dem Davoser Jakobshorn. Remo Fischer hat es sich auf der Terasse gemütlich gemacht und geniesst die Sonnenstrahlen. Das Training mit dem Schweizer Distanz-Team im Tal hat er hinter sich, nun ist er wieder auf das 2600 Meter hohe Jakobshorn zurückgekehrt, wo er im Angestelltentrakt des Hostels übernachtet.
Der Bäretswiler testet momentan aus, wie sein Körper auf ein zweiwöchiges Höhentraining während der Saison reagiert. Es ist ein Experiment und soll eine Investition hinsichtlich der WM 2013 und den olympischen Spielen 2014 sein, wie Fischer sagt: «Es geht darum zu schauen, wie ich nach diesen 14 Tagen in Form bin.»
In Form war der Skating-Spezialist in den letzten Wochen überhaupt nicht mehr. Die Tour de Ski gab er Anfangs Januar nach schwachen Ergebnissen vorzeitig auf – vor allem wegen gesundheitlichen Problemen. Und die Weltcup-Einsätze Anfangs Februar im russischen Rybinsk endeten mit den Rängen 41 (15 km Skating) und 40 (30 km Skiathlon) ebenfalls ernüchternd
«Was soll ich dazu sagen? Der 30 km Skiathlon lief wieder voll sche....!», teilte er dazumals via dem Kurzmitteilungsservice Twitter frustriert mit. Die Konsequenz aus den Resultaten: Fischer entschloss sich, die Weltcup-Saison vorzeitig zu beenden und keine weitere Rennen mehr auf der höchsten Stufe zu bestreiten.
Enttäuschung statt Höhepunkt
Bereits unmittelbar nach dem Ausstieg aus der Tour de Ski hatte Fischer eine umfassende Analyse angekündigt, weil er nach dem starken Weltcup-Auftakt mit Top-Ten-Plätzen sein Level nicht hatte halten können. Schmerzlich war vor allem das Abschneiden beim 30 Kilometer Skating-Rennen in Davos Anfangs Dezember, dem Saisonhöhepunkt. Wie alle Schweizer musste auch der Oberländer wegen schlechtem Material eine schwere Niederlage einstecken.
«Es war keine einfache Zeit», gibt Fischer zu, der sich im Gegensatz zu den ebenfalls mit Problemen kämpfenden Curdin Perl und Toni Livers zumindest den Platz im Nationalkader für die nächste Saison vorzeitig sicherte. «Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es nach dem tollen Saisonstart im selben Rahmen weitergeht. Aber obwohl ich vieles hinterfragte, wurde es nicht besser.»
Für Guri Hetland sind Fischers Resultate unerklärlich. Die Cheftrainerin spricht in der «NZZ» von einem Mysterium. Und Fischer? Der Bäretswiler sagt, er habe Anhaltspunkte, weshalb er nicht mehr auf Touren gekommen sei. Konkreter aber möchte der 30-Jährige in der Öffentlichkeit nicht werden. «Das bleibt intern».
Viel lieber richtet er den Blick nach vorne, spricht von der unmittelbaren Zukunft. «Wenn ich nach dem Höhentraining wieder auf ein vernünftiges Level komme, relativiert das Einiges», findet der Oberländer. «Wenn es jedoch im selben Stil weitergeht, wird die Analyse noch schwieriger.»
Der Zeitplan könnte passen
Bis am Samstag arbeitet Fischer noch in Davos, am Sonntag bestreitet er dann direkt aus dem Training heraus den Gommerlauf (30 km Skating). Das Timing scheint zu stimmen, denn zwei Wochen später steht der Engadin Skimarathon auf dem Programm. «Rund zehn Tage nach dem Höhentraining ist normalerweise der positive Effekt zu spüren», sagt Fischer und hofft, am Engadiner «einen guten Tag einzuziehen.»
Zumindest die Ausgangslage ähnelt jener des Vorjahres. Auch 2011 war Fischer im Januar und Februar im Tief, ehe für den Oberländer mit dem überraschenden Sieg am Engadin Skimarathon in der Endphase der Saison die Sonne doch wieder schien. (ZO/AvU)
Erstellt: 23.02.2012, 20:10 Uhr
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