Der EHC Wetzikon steigt ab
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«Vom Abstiegskampf will ich gar nicht sprechen. Ich führe den EHCW in die Playoffs», hatte Roger Keller im März 2011 bei seiner Vorstellung als Wetziker Trainer gesagt. Elf Monate später klingen die Worte seltsam hohl: Keller hat den EHC Wetzikon nicht in die Playoffs geführt, sondern auf direktem Weg in die 2. Liga. Weil der EHC Uzwil am Dienstag sein vorgezogenes Heimspiel gegen Arosa gewann, steht der Abstieg des EHCW drei Spiele vor Schluss fest.
Zu den Gründen, die nach 12 Jahren Erstliga-Zugehörigkeit zur Relegation führten, will sich Keller (noch) nicht äussern. «Wir müssen erst alles intern analysieren.» Der Ostschweizer sagt nur so viel: «Für das was passiert ist, sind alle verantwortlich, ich eingeschlossen.»
Tatsächlich ist es dem Ostschweizer nicht gelungen, im Verlauf der Saison eine entscheidende Kurskorrektur herbeizuführen. Der EHCW stand von Anfang an im Tabellenkeller, nur einmal gewann er zwei Spiele nacheinander. Symptomatisch für die missglückte Saison war der Auftritt am vergangenen Sonntag in Lugano. Abermals resultierte beim 3:4 gegen den HC Ceresio eine knappe Niederlage – und zum sechsten Mal in dieser Saison kassierte der EHCW einen entscheidenden Treffer in den letzten zwei Spielminuten.
«Wir haben die Cleverness, die Ruhe und die Routine nicht, um so kurz vor Schluss ein Resultat ohne Eigenfehler zu verwalten», urteilt Trainer Roger Keller. Er könnte auch sagen: Es fehlt an Klasse.
Bleibt Keller Trainer?
Besonders bitter war die Niederlage in Lugano auch aus anderen Gründen. Mit Raffael Betschart und Peter Hürlimann mussten zwei Wetziker Spieler verletzt vom Eis. Betschart wurde von einem Puck am Kinn getroffen. Der Verdacht auf Kieferbruch erhärtete sich zum Glück nicht. «Es ist alles kaputt, was man nähen kann, aber es ist nichts gebrochen», sagt Keller.
Auch für Hürlimann ist die Saison zu Ende. Im zweiten Spiel nach seinem Comeback musste er wegen «einer unfairen Aktion seines Gegenspielers» mit einer neuerlichen Hirnerschütterung vom Eis. Das wirft die Frage auf, ob die Rückkehr aufgrund der misslichen Tabellenlage zu früh erfolgte. «Wir hatten das OK vom Arzt», sagt Keller dazu.
Vorausblicken mochte der EHCWTrainer am Dienstag noch nicht. Der Ostschweizer hat einen weiterlaufenden, auch für die 2. Liga gültigen Vertrag und sagt: «Ich würde sehr gerne in Wetzikon weiterarbeiten. Aber auch hier braucht es zuerst eine Analyse.» André Böhlen, Sportchef der 1. Mannschaft, war am Dienstag nicht erreichbar.
Lesen Sie mehr zum Thema im ZO/AvU vom Mittwoch, 22. Februar. (ZO/AvU)
Erstellt: 22.02.2012, 07:52 Uhr
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