Sport

Interne Fehde bei den Dürnten Vikings

Von Nikolas Lütjens. Aktualisiert am 03.08.2012

Im EHC Dürnten Vikings droht der Eklat: Der geschasste Nachwuchs- Geschäftsführer Marc Lüthi und Klubpräsident Hans-Peter Iten erheben gegenseitig Vorwürfe. Unklar ist, wie es mit den Junioren weitergeht.

Die Dürnten Vikings haben ein starkes Fanionteam, aber im Klub tobt ein Machtkampf. (Symbolbild: Archiv/Robert Pfiffner)

Die Dürnten Vikings haben ein starkes Fanionteam, aber im Klub tobt ein Machtkampf. (Symbolbild: Archiv/Robert Pfiffner)

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Die Dürnten Vikings schrieben in der vergangenen Saison positive Schlagzeilen. Der Klub kämpfte sich bis an die Schwelle zur ersten Liga und gewann mit seinem Hockey viele Sympathien. In der Sommerpause ist im Klub ein Machtkampf ausgebrochen. An einer Sitzung wurde die aus dem Nachwuchs stammende Sekretärin Pascale Schlatter sowie Sportchef und Nachwuchs-Geschäftsführer Marc Lüthi aus dem Vorstand ausgeschlossen.

Lüthi ist nach dem Tod von Initiant und Geldgeber René Sunier Junior und dem Austritt von Stephan Olbrecht der einzige verbliebene Gesellschafter der EHC Bäretswil GmbH. Diese organisiert den Spielbetrieb für den unter dem Namen Bäretswil Vikings auftretenden Nachwuchs des Fusionsvereins und verfügt über eine von den Dürntnern getrennte Kasse.

Präsident Hans-Peter Iten nennt zwei Gründe für den Ausschluss von Lüthi: Nichterfüllung der finanziellen Verpflichtungen und Schädigung der Klubinteressen. Lüthi habe einen Teil der von Dürnten-Seite für den Nachwuchs vorgeschossenen Gelder nicht zurückgezahlt. Iten spricht von rund 13'000 Franken, die noch ausstehend sind. Ausserdem habe Lüthi den Verein gegenüber Partnern als verschuldet dargestellt. Iten bestätigt zwar, dass der Klub zurzeit offene Rechnungen hat. Dies führt er unter anderem auf zwei Punkte zurück: Wegen Versäumnissen von Schlatter und dem zuletzt für die Vereinsbuchhaltung zuständigen Lüthi seien die Beitragsrechnungen an die Mitglieder mit Verspätung verschickten worden und darüber hinaus seien Rückvergütungen der Bäretswil GmbH nicht erfolgt.

Trotzdem hätten die Dürntner mit Lüthi in der von ihm bereits weitgehend organisierten Saison 2012/13 zusammengearbeitet, wenn er bis Ende Juli eine Bankgarantie über 20'000 Franken vorgelegt hätte, sagt Iten. Der Präsident begründet den Wunsch nach einer Garantie damit, dass die Dürnten Vikings keine Einsicht in die Abrechnung der Bäretswil GmbH hätten und deshalb nicht über deren finanzielle Situation informiert seien.

Marc Lüthi akzeptierte die Bedingungen des Klubvorstands nicht. In einem vom 31. Juli datierten Schreiben bezeichnet er die Forderungen «als Drohung und Nötigung». Aus seiner Sicht stellt sich die Lage im Verein komplett anders dar. Die Dürntner würden der Bäretswil GmbH mit Sicherheit einen höheren Betrag schulden als umgekehrt, sagt er. Lüthi spricht «ohne Gewähr» von hochgerechneten 17'400 Franken. Ausserdem beklagt er unter anderem Unsauberkeiten bei der letzten Jahresrechnung der Vikings.

Zumindest einer von Lüthis Vorwürfen trifft zu, wie Iten bestätigt: Den Klubmitgliedern wurde an der letzten GV ein angeblicher Revisorenbericht vorgelesen, den die Revisoren erst nachträglich sahen und unterschrieben. Der Vorstand mit ihm und seinem damals als Präsident abtretenden Bruder Silvio Iten, habe «einen grossen Fehler gemacht» und nicht deklariert, dass der von Silvio Iten angefertigte Bericht nur provisorisch sei. Die Revisoren hätten danach am Bericht aber keine Änderungen mehr vorgenommen, sagt Hans-Peter Iten.

Dass das nun publik gewordene Vorgehen viele Fragen aufwirft und bei den Mitgliedern negative Gefühle auslöst, ist sich Iten bewusst. «Dafür muss ich mich entschuldigen und den Kopf hinhalten. Aber das mache ich gerne, weil die Rechnung stimmt.» Iten begründet den «Formfehler» damit, dass die Rechnung wegen Unklarheiten in Zusammenhang mit dem Tod von René Sunier erst spät habe fertiggestellt werden können, die Revisoren dann in den Ferien gewesen seien und der Vorstand den Mitgliedern bloss wegen der Jahresrechnung keine ausserordentliche Vereinsversammlung habe aufbürden wollen Lesen Sie mehr zum Finanzstreit bei den Dürnten Vikings und wie es mit den Junioren weitergehen soll im ZO/AvU vom Samstag, 4. August. (ZO/AvU)

Erstellt: 03.08.2012, 19:29 Uhr

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