Nächster Tiefschlag für Meichtry
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- Meichtry im Halbfinal ausgeschieden
- Villars trotz Schweizer Rekord ausgeschieden
- Meichtry mit Mühe in den Halbfinals
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Die Hälfte der Schwimm-Wettbewerbe im Aquatics Centre sind absolviert. In acht Disziplinen stand in dieser Zeit ein Schweizer Schwimmer auf dem Startblock. Dabei gelang es bisher erst Danielle Villars, im olympischen Pool eine persönliche Bestleistung aufzustellen (wir berichteten). Die 19-jährige Gockhauser Olympia-Debütantin unterbot ihren eigenen Schweizer Rekord über 100 m Delfin. Zum Vorstoss in die Halbfinals reichte diese Leistung aber bei weitem nicht aus.
Einzig Dominik Meichtry schaffte es auf seiner Paradestrecke 200 m Crawl an den ersten vier Wettkampftagen, die Vorläufe zu überstehen. Doch im Halbfinal blieb der Olympia-Finalist von Peking absolut chancenlos. Bei nur noch zwei ausstehenden Starts – David Karasek schwimmt am Mittwoch über 200 m Lagen und Meichtry am Donnerstag in seinem Zusatzrennen über 100 m Delfin – ist bereits jetzt klar, dass die Bilanz für die sechsköpfige Swiss-Swimming-Delegation negativ ausfallen wird.
Meichtry: «Das schmerzt»
Crawl-Spezialist Dominik Meichtry (27) stand am Dienstag bereits in seiner dritten Disziplin im Einsatz. Über 100 m schlug er in 49,95 Sekunden an, was zum 29. Rang unter 60 Teilnehmer ausreichte. Für die Halbfinals der besten 16 fehlten dem St. Galler, der in London schon an seinen dritten Olympischen Spielen teilnimmt, 0,96 Sekunden. Seinen vierjährigen Landesrekord verfehlte er gar um 1,4 Sekunden. «Es ist schade, dass ich ausgerechnet in London keine Bestleistungen erbringen kann. Mein Gefühl und die Zeiten, die ich erreiche, stimmen in keinster Weise überein», ärgert sich Meichtry. Der 27-jährige Schwimmer des SC Uster-Wallisellens hat gewisse Vermutungen, weshalb das so ist. Darüber sprechen mag er allerdings erst nach seinem letzten Einsatz am Donnerstag.
«Es schmerzt wahnsinnig, dass mein grosser Aufwand in den letzten Jahren nur zu diesen Zeiten geführt hat», so Meichtry. Da ist es ihm ein schwacher Trost, dass mit Filippo Magnini auch der 100-m-Europameister von Debrecen im Vorlauf hängen blieb.
Käser: Einbruch am Schluss
Yannick Käser (24. Rang) blieb über 200 m Brust in 2:13,49 fast eineinhalb Sekunden über seinem im Mai in Debrecen aufgestellten Rekord. Der 20-jährige Aargauer sagte, dass «ich über die Zeit nicht mega-enttäuscht bin. Ich habe am Morgen immer etwas Mühe und war zuvor noch nie schneller.» Im Nachhinein sei er am Anfang wohl mit etwas zu hoher Frequenz geschwommen, so Käser. «Deswegen wurde es am Schluss sehr hart und die anderen zogen weg. Wäre ich die letzten 50 Meter normal geschwommen, hätte es vielleicht für die Halbfinals reichen können.» Die dafür Leistung von 2:11,66 bezeichnete er als «nicht unmöglich». Käser bleibt wie die anderen Schwimmer bis am 7. August im olympischen Dorf, ehe er in die Schweiz zurückkehrt. Bereits zwei Wochen später geht es für ihn weiter in die USA, wo er sein Studium an der Universität von Virginia in Charlottesville aufnimmt.
Van Berkel: «Kein Weltuntergang»
Wie Meichtry und Käser enttäuschte auch Martina van Berkel. Die 23-jährige Zürcherin belegte über 200 m Delfin den 25. Rang. In 2:12,25 blieb sie um mehr als zweieinhalb Sekunden über ihrem Landesrekord vom Juli 2011. «Eine Zeit von 2:10 wäre noch okay gewesen, so aber ist es enttäuschend. Da war ich ja vor zwei Monaten an der EM schon schneller», stellte van Berkel fest. Damals allerdings war die Zürcherin von einem Ende Februar im Training erlittenen Kreuzbandriss noch stärker handicapiert. «Trotz des Kreuzbandrisses war mein Ziel für London der Schweizer Rekord. Einfach nur mitschwimmen, dafür bin ich zu ehrgeizig. Aber klar, ein Weltuntergang ist es auch nicht.» Um das trotz der schweren Verletzung stark beanspruchte Knie zu schonen, wird van Berkel rund einen Monat Pause einlegen. Ihr nächstes Grossprojekt ist die Master-Arbeit: «Der Professor hat sich bereits bei mir gemeldet.» (khe/si)
Erstellt: 31.07.2012, 17:07 Uhr
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