Schweizer wollen Labelfleisch und Freilandeier
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Eier von glücklichen Hühnern und Fleisch von Tieren, die regelmässigen Auslauf geniessen und artgemäss gehalten werden, liegen im Trend. In seiner aktuellen Umfrage wollte der Schweizer Tierschutz STS herausfinden, wie die Lebensmittelketten Coop und Migros sowie die beiden neu in den Schweizer Markt eingetretenen Discounter Aldi und Lidl aus Deutschland auf diese Nachfrage reagieren. Das Ergebnis: Labelfleisch von Tieren aus tierfreundlicher Haltung und Freiland-/Bioeier werden bei Coop und Migros überproportional oft nachgefragt.
Coop und Migros folgen dem Trend
Coop setzt mit dem Label «Naturaplan» stark auf Fleisch aus Biobetrieben. Das Label «Naturafarm» garantiert allen Tieren Auslauf ins Freie und schreibt teilweise Mutterkuhhaltung vor. Es weist bei Rind- und Schweinefleisch hohe Anteile auf.
Migros hat im vergangenen Jahr das gemäss STS vorbildliche Label «Weidebeef» lanciert und den Labelanteil bei Rind- und Schweinefleisch («Terrasuisse») markant steigern können.
Coop verkaufe im Gegensatz zu einzelnen Migros-Genossenschaften keine «tierschutzwidrigen Delikatessen» wie Stopfleber oder Froschschenkel. Die deutschen Handelsketten Aldi und Lidl bieten ebenfalls keine «Delikatessen» an. Sie führen hingegen kein oder kaum Fleisch aus tierfreundlicher Haltung, wie der STS kritisiert. Immerhin würden sie - abgesehen vom Pouletfleisch - auf Schweizer Fleisch setzen, wobei dieses lediglich die Mindestnormen des Tierschutzgesetzes erfülle.
Label-Produkte als bedeutender Umsatzfaktor
Spitzenreiter bei den verkauften Eiern ist Coop mit einem Labelanteil von 57 Prozent des gesamten Sortiments, gefolgt von Migros mit 41 Prozent Schweizer Eiern aus tierfreundlicher Bio- und Auslauf-/Freilandhaltung und Lidl mit 30 Prozent. Dagegen importiert Aldi den grössten Teil der Eier.
Der STS geht davon aus, dass der Umsatz mit Fleisch aus Label- und Bio-Produktion mittlerweile alleine bei Coop und Migros rund 1,5 Milliarden Franken ausmacht.
Gastronomie hinkt hinterher
Ein grosses Nachholbedürfnis sieht der STS in der Gastronomie: Hier scheint nach wie vor kaum ein Bewusstsein für das Tierwohl vorhanden zu sein. Der Preis für tierische Produkte geht vor - selbst bei exklusiven Gourmet-Restaurants. (khe)
Erstellt: 11.01.2011, 09:00 Uhr
