«Es geht um einen lächerlichen Betrag»
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Die Obere Geerenstrasse in Gockhausen wird für rund 5 Millionen Franken saniert. Der Gemeinderat Dübendorf hatte am 4. Februar beschlossen, für die Neugestaltung des Strassen- raums weitere 550 000 Franken zu investieren. Dieser Betrag stört die SVP. Die Fraktion des Gemeinderats ergriff das Behördenreferendum gegen diesen Gestaltungskredit. Mit diesen Geldern sind Baumassnahmen verbunden, die für eine Tempo-30-Zone nötig sind.
Erika Attinger (GEU) und Hans Baumann (SP) von den Befürwortern sowie Reto Steiner (SVP) und Patrick Walder (SVP) von den Gegnern des Kredits haben sich am Mittwochabend in der Turnhalle Gockhausen getroffen. «Es geht um einen lächerlichen Betrag», findet Baumann, der Anwohner der Geerenstrasse ist. Die SVP tue so, als ob es nur um die Kosten ginge. Er vermutet, die SVP sei generell gegen Tempo 30 und wolle die verkehrsberuhigenden Massnahmen an der Oberen Geeren- strasse verhindern.
Wenig glaubhafte Argumentation
Die beiden SVP-Politiker wiederholen in der Diskussion immer wieder, sie seien nicht gegen Tempo 30. Kaum jemand im knapp 40-köpfigen Publikum glaubt ihnen.
Als Erika Attinger fragt, ob Walder die Petition des Quartiervereins unterzeichnen würde, springen gleich zwei Besucher auf und reichen ihm den Unterschriftenbogen. Er wolle die Petition zuerst in Ruhe lesen, bevor er unterschreibe, sagt Walder.
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Am Schluss der Veranstaltung werde er vor der Presse seinen Namen unter die Petition setzen, falls es rein um die Verkehrsberuhigung der Geerenstrasse gehe, so Walder.
«Strasse günstiger beruhigen»
Steiner und Walder argumentieren, ihnen gehe es um die 550 000 Franken. «Man kann die Strasse günstiger beruhigen, beispielsweise mit Parkplätzen entlang der Strasse», sagt Steiner. Laut ihm entspricht dieser Betrag einem Steuerprozent von Dübendorf. Nebst den Kosten denken die beiden Politiker an den öffentlichen Verkehr, der vielleicht einmal Gockhausen besser erschliessen könnte. «Für die Busse des Zürcher Verkehrsverbunds dürfen keine Inseln und Schwellen auf der Geerenstrasse sein», weiss Steiner.
Das sei interessant, die SVP übernehme plötzlich die Vorreiterrolle im öffentlichen Verkehr, schmunzelt der nicht neutrale Gesprächsleiter Andreas Bantel aus Gockhausen. Und Baumann doppelt nach: «Die Argumente der SVP ändern immer wieder, denn das mit dem öffentlichen Verkehr zieht nicht.» Er könne sich nicht vorstellen, dass bis in fünf oder zehn Jahren viele Leute auf den Bus umsteigen würden. Da reiche ein kleiner Bus, der problemlos um die Inseln kurven könne, sagt der SP-Poli- tiker.
Gegner des Kredits sind für Petition
Wie viele Personen den öffentlichen Verkehr benutzen würden, welche Kosten eingespart werden könnten, wie man den Verkehr kostengünstig beruhigen könne, seien Fragen, die Zeit brauchen, um sie zu klären, meint Walder. «Geben Sie dem Stadtrat Zeit. Der Antrag für den Gestaltungskredit ist nicht zu Ende gedacht», so Walder, und deshalb habe man das Referendum ergriffen. Am Schluss des Podiums zücken er und Steiner die Stifte: Ihre Namen stehen jetzt unter der Petition.
Erstellt: 22.05.2008, 09:00 Uhr
