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Diskussion um freie Schulwahl

Aktualisiert am 20.03.2009

Bei der freien Schulwahl ist die Linke gespalten. Das zeigt die SP-Diskussion von «Akzent links» vom Mittwochabend.

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«Freie Schulwahl - Chance oder Untergang der Volksschule» lautete eine SP-Podiumsdiskussion mit vier Teilnehmern. Doch mehr und mehr kreuzten Sigrun Lück von der Elternlobby Zürich und SP-Kantonsrätin Karin Maeder- Zuberbühler die Klingen. Gesprächsleiter Heinz Girschweiler musste immer wieder für Sonja Lustenberger vom Elternrat Bubikon und Thomas Stemmler vom Elternrat Wolfhausen Lücken schaffen. «Die Elternlobby Zürich fordert freie Schulwahl in der Volksschule und ist für eine finanzielle Unterstützung der Privatschulen», sagte Sigrun Lück am Mittwoch im Mehrzweckraum Bubikon.

Schulhaus im Quartier wählen

Heute seien Kinder mit unterschiedlichen Begabungen in einer Klasse, da könne nicht der gleiche Schultyp für alle Kinder richtig sein. Lück denkt bei der freien Schulwahl vor allem an die Eltern und Kinder, bei denen sich grössere Schulprobleme zeigen. Aber: «Es soll so sein, dass Kinder die Schule besuchen, die in der Nähe ihres Wohnortes liegt.» Den Besuch eines anderen Schulhauses - gar in einer anderen Gemeinde - sieht sie nicht als Problem. Der öffentliche Verkehr sei im Kanton Zürich gut ausgebaut.


Diesem Punkt widersprach Lustenberger. Sie erlebe, wie schwierig es sein kann, wenn Kinder mit dem Fahrrad in einem entfernteren Schulhaus den Unterricht besuchen. Die Frau vom Elternrat stimmt Lück zu, dass bei Schulproblemen ein Wechsel in ein anderes Schulhaus schwierig ist. «Ich befürchte, dass es der Elternlobby nicht um das Schulhaus geht, sondern um die Wahl des Lehrers», so Maeder-Zuberbühler. Sei das der Fall, dann müsse man ein Rating für Schule und Lehrer einführen, und das ginge zu weit.

Belohnungssystem für Schulen?

Sie störe sich bei der Initiative der Elternlobby daran, dass unterschwellig Vorwürfe an die Schule gemacht würden. Die Volksschule sei nicht so schlecht, wie man immer wieder hört. Maeder-Zuberbühler fürchtet um die Chancengleichheit in der Bildung.
Gemäss der SP-Kantonsrätin wählten Eltern, die sich damit auskennen, gute Schulen - Unkundigen blieben «Ghettoschulen».

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Bei dieser Aussage hakte eine Zuhörerin ein: «Sie denken nicht sozial. Heute haben nicht alle Kinder die gleichen Chancen. Wenige Eltern können sich Privatschulen leisten.» Ein Gast meinte, dass die freie Schulwahl bereits praktiziert werde; wenn Eltern ein Quartier oder eine Schule nicht passe, würden sie umziehen.

 

Das sah auch Thomas Stemmler so, der das Gymnasium erwähnte, das bereits von Eltern für ihre Zöglinge ausgesucht werde. Damit der Wettbewerb in der Volksschule stärker wird, würde er ein Belohnungssystem für Schulen einführen. So würden sie innovativer. Ob Lehrer bei der Fülle von Schulerneuerungen verstärkt an ihrem Profil arbeiten können, bleibt offen. (bf)

Erstellt: 20.03.2009, 09:00 Uhr


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