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Ustertag im Zeichen von Europa

Von Christian Brütsch. Aktualisiert am 20.11.2011

Unter den Titel «Die Schweiz in der Welt – wie weiter» stellte Banker Konrad Hummler seine Rede anlässlich der Gedenkfeier zum Ustertag in der reformierten Kirche. Er legte seinen Fokus indes weniger auf die Welt als auf Europa.

1/31 Ustertag 20. November 2011 Uster
Uster stand am Sonntag ganz im Zeichen des Ustertags.
Hans Künzi

   

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Der Ustertag ist im Ustermer Terminkalender zwischen Uster Messe und Uster Märt positioniert. Seine histo­rische Bedeutung ist aber ungleich grösser, wird doch des Ustertags vom 22. November 1830 gedacht. An diesem Tag trafen sich 10'000 Zürcher auf dem Zimikerhügel, um gegen die Regierung zu protestieren. Friedlich wie Vorredner Ivo Koller betonte.

Der Gemeinderat der Ustermer Jungfreisinnigen ist Polizist in Zürich und sorgt sich über die wachsende Gewaltbereitschaft. Vor 181 Jahren seien trotz Wut Ausschreitungen verhindert worden. «Heute wird nicht einmal ein Grümpelturnier ohne Sicherheitskonzept durchgeführt.» Er appellierte an die Selbstverantwortung und wünscht sich eine Verschärfung der Strafen.

Schweiz: Ein Glücksfall

Mit viel weiter gefassten Problemen befasste sich der Hauptredner Konrad Hummler. Der Banker, er ist geschäftsführender Teilhaber der Wegelin & Co. Privatbankiers in St. Gallen, nahm sich des Themas Europa an. Die Geschehnisse des Ustertags seien in Zeiten der Krise erfolgt und hätten zu weitreichenden Entscheidungen geführt. «Heute leben wir mit Gewissheit wieder in einer Zeit weitreichender Entscheidungen.» Heute sei stabiler Frieden nicht mehr ein Markenzeichen Europas, und der technologische Fortschritt «hat der Globalisierung buchstäblich Flügel verliehen».

In Europa sei von Zusammenrücken und von der «Bildung einer eigentlichen Bundesstaatlichkeit» die Rede. Dass die Schweiz als Vorzeigenation für ein solches Vorhaben herhalten müsse, sei historisch falsch. «Die Schweiz ist bei Weitem mehr ein Zufallsprodukt der Geschichte – ein Glücksfall vielleicht –, eine Fügung, wenn Sie so wollen.» Er stellt sich aber klar hinter sein Land: «Die Schweiz ist, was sie ist, und sie ist gut. Mehr nicht, bitte.»

Einig mit Christoph Blocher

Er forderte dazu auf, eine neue Europa-Strategie zu wagen. Dies sei aber nur möglich, wenn das seit 20 Jahren andauernde Misstrauen bezüglich einer versteckten Beitrittsagenda ausgeräumt würde. Dieses sei mitunter Grund für den Vormarsch der SVP. Es sei an der Zeit, «dem Anführer des Widerstands gegen den EU-Beitritt, Christoph Blocher, in dieser – und nur in dieser – Sache endlich einmal Recht zu geben».

Als nächster Schritt müsse sich die Schweiz in einem neu geordneten Europa als beitrittsfähig erweisen, ohne beitreten zu wollen. Hummler forderte eine Dualität der Doktrin im Sinne, «dass sowohl Eigenständigkeit ohne Wenn und Aber als auch Zusammenarbeitsfähigkeit und -wille sich die Waage halten müssen». Er schloss mit den Worten: «Die Schweiz braucht die Welt – und die Welt braucht auch die Schweiz.»

Die ungefähr 800 Zuhörer in der gut besetzten Kirche gaben sowohl dem Vor- und dem Hauptredner als auch der Stadtmusik und dem Konzertchor des Sängerbundes für ihre Vorträge reichen Applaus. Nach dem schon obligaten Salutschuss der Compagnie 1861 zog die Festgemeinde in die Landihalle zum ebenso obligaten Apéro mit anschliessendem Risottoessen in der Stadthalle.

Parallelveranstaltung Grüner Ustertag

Der diesjährige Grüne Ustertag befasste sich mit Fragestellungen rund um ökologische, ökonomische und soziale Herausforderungen. Gut zwei Dutzend Interessierte folgten am Samstagabend im Saal des Freizeit- und Jugendzen­trums Frjz den Ausführungen von Politikern und Energiefachpersonen.

Kantonsrätin Ornella Ferro (Grüne, Uster) betonte, dass die dringend nötige Energiewende zum einen eine Frage des politischen Willens sei. «Es ist aber auch eine Frage der Gerechtigkeit. Wir können nicht auf Kosten der nächsten Generationen leben.»

Lesen Sie mehr zum Ustertag und zum Grünen Ustertag im ZO/AvU vom Montag, 21. November. (ZO/AvU)

Erstellt: 20.11.2011, 22:47 Uhr

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Aus den Behörden

Kennzahlen Gemeinde

Bevölkerung

Einwohner 30761
Einwohner pro km2 1079
Einwohner Entwicklung 14.2
Wanderungsgewinn 9.5
Geburtenüberschuss 4.2
Ausländeranteil 21.6%
Anteil Einwohner 0-19 22.2%
Einwohneranteil 20-64 65%
Einwohneranteil 64+ 12.8%
Anzahl Privathaushalte 12356
Anzahl Personen pro Haushalt 2.2

Wähleranteile in % (Nationalratswahlen)

Hauptsprache

Häufigste Deutsch 85,0%
Zweithäufigste Italienisch 4,5%
Dritthäufigste Albanisch 1,7%

Fläche

Fläche 28.5 km2
Anteil Siedlungsfläche 26.2%
Anteil Landwirtschaftsfläche 44.4%
Anteil Wald und Gehölze 27.1%
Anteil unproduktiver Fläche 2.3%

Bildungsstand (25-64-Jährige)

Ohne nachobligatorische Ausbildung 19.7%
Sekundarstufe II 50.3%
Tertiärstufe 23.6%

Arbeit

Erwerbsquote (15-64-Jährige) 81.8%
Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt) 3.28%
Beschäftigte im 1. Sektor 392
Beschäftigte im 2. Sektor 3204
Beschäftigte im 3. Sektor 9475
Betriebe im 1. Sektor 92
Betriebe im 2. Sektor 238
Betriebe im 3. Sektor 1091

Wohnen

Wohndichte (Bewohner pro Wohnraum) 0.58
Wohneigentumsquote 29.2%
Neu gebaute Wohnungen je 1000 Einwohner 8.7
Leerstehende Wohnungen in % des Wohnungsbestandes 1.29%

Mobilität

Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel 28.8%
Privatwagenbenutzer 40.2%
Wegpendler in andere Gemeinde in % der erwerbstätigen Einwohner 59.5%

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Website Statistik Schweiz

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