Bezirk Uster
Stolperfallen auf Blindenstreifen
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Der Feuerlöscher steht neben einem Kartonstapel mit Feuerwerk für den 1. August. Sicherheit wird bei Verkäufen von Feuerwerk gross geschrieben. Nur – dort, wo er während dem Standaufbau platziert wurde bildet er ein Sicherheitsrisiko. Er steht auf den weissen Linien, die als Orientierungshilfe für Blinde und Sehbehinderte dienen. Diese Linien, die sich deutlich vom Strassenbelag abheben sind an vielen Orten des öffentlichen Lebens aufgemalt. So auch am Bahnhof Uster oder zwischen Illuster und Post.
Die Spur endet an der Gerichtstrasse mit einem dichten Linienviereck. Ennet der Strasse ein gleiches Aufmerksamkeitsfeld und die weiterführenden Linien zum Eingang. Und gerade dort werden oftmals Fahrräder zwischen die Pfosten und just auf diese weissen Linien parkiert und abgeschlossen. «Ein Veloparkplatz der sich direkt anbietet, aber fatal sein kann», erklärt Susanna Maurer vom Seniore-Netz Uster.
Hilfe auch für Senioren
«Wir wollen nun vom Senioren-Netz aus auf diese Streifen aufmerksam machen, damit sie frei gehalten werden», sagt Präsidentin Kathrin Büchi. «Viele wissen gar nicht, wozu sie dienen und stellen etwas drauf.» Zudem ist wenig bekannt, dass auch ältere Menschen, deren Sehkraft nachlässt, sich an diesen Linien orientieren, auch wenn sie nicht gleich mit dem weissen Stock unterwegs sind. Am vergangenen Samstag verteilten sie deshalb an der Gerichtstrasse Karten, die auf die weissen Linien aufmerksam machen. «Wir haben durchwegs freundliche und verständnisvolle Reaktionen erhalten», sagt Maurer.
Bahnhofvelos stehen im Weg
Erfahrungen am eigenen Leib machte Urs Lüscher, Sekretär der Zürcher Sektion des schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband. Er ist selber fast blind und auf die taktilen Leitlinien, wie sie fachlich korrekt heissen, angewiesen. «Gerade kleiner Objekte wie Koffer sind ein grosses Problem, da sie mit dem Stock überwischt werden können», erklärt er. Das heisst, dass der Blindenstock bei seiner Wischbewegung genau am Hindernis vorbei bewegt wird und der Blinde dann über das Hindernis fällt. «Ein Problem, das sich vor allem im Hauptbahnhof stellt», so Lüscher.
In Uster ist ihm der Bahnübergang an der Brunnenstrasse auf der nördlichen Seite in schmerzhafter Erinnerung. Dort werden trotz Hinweistafeln regelmässig Velos auf den Streifen parkiert.
Zum Einsatz kommen die Markierungen, wo ein offener Platz ohne Orientierungshilfen wie Häuser oder Randsteinkante entsteht. In der Begegnungszone an der Gerichtstrasse ist alles auf einem Niveau und die Hilfslinien zwingend nötig.
Die Aufklärungsarbeit des Senioren-Netz begrüsst Lüscher. Und auch der Standbetreiber räumt den Feuerlöscher weg, als Susanna Maurer ihn freundlich darauf aufmerksam macht. (regio.ch)
Erstellt: 31.07.2012, 20:53 Uhr
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