Kira – der erste Spitex-Hund
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«Ein Patient konnte nicht sterben, bevor er wusste, dass sein Hund gut untergebracht wird.» Barbara Radtke, Geschäftsführerin und Inhaberin der Spitex zur Mühle in Uster, hat erlebt, wie fest die Bindung zwischen Tier und Halter sein kann, vor allem bei kranken und einsamen Menschen. Aus diesem Grund rief sie im Juli das Projekt «Kira» ins Leben. Kira ist eine Golden-Retriever-Hundedame und drei Jahre alt. Sie kommt aus dem Tierheim. «Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich wusste sofort: Sie ist die Richtige», schwärmt Barbara Radtke und blickt liebevoll zu Kira, die sich auf ihrer Decke zwischen Teddybär und Spielball niedergelassen hat. Kira erhält wöchentlich ein speziell für sie ausgearbeitetes Training, das in seiner Form einzigartig ist – denn Kira ist der erste und im Moment einzige Spitex-Hund überhaupt.
Verhalten und Manieren
Hundetrainer Steve Grütter aus Uster schult Kira und ihre Halterin anhand von ausgewählten Situationen. Dieses Training findet oft in einer häuslichen Umgebung statt, denn diese ist schlussendlich auch Kiras Einsatzgebiet. Sie lernt, wie sie sich verschiedenen Leuten anpassen kann und wie sie mit ihnen umgehen muss. «Das richtige Verhalten bei kranken Menschen ist sehr wichtig», meint Barbara Radtke. Es werden ihr auch Manieren beigebracht, damit sie beim Betreten einer Wohnung nicht gleich auf den Futternapf losrennt. Als Golden Retriever mit einem von Natur aus lieben Wesen eignet sich Kira gut für dieses Projekt. Das Training dauert ein Jahr. Sie wäre somit im Juli 2012 eine ausgebildete Spitex-Hündin.
Positive Energie
Bereits jetzt finden Besuche mit Patienten statt. Unter ihnen sind viele, die früher selbst ein Haustier hatten. Rund ein Drittel der Patienten haben den Wunsch, Kira bei den Behandlungen dabeihaben und sie kennenlernen zu dürfen. «Die Anwesenheit eines Hundes kann bei einem Menschen viel Positives auslösen. Viele können nicht mehr für sich selber sorgen und werden so sehr passiv. Aber Kira können sie streicheln, füttern, sogar mit ihr spielen. Dabei werden sie aktiv, und das gibt ihnen eine positive Energie», erklärt Radtke. Zudem würden Stresszeichen bei Patienten abnehmen. Je nach Befinden des Patienten dauert ein Besuch mit Kira eine halbe Stunde oder bis zu 90 Minuten.
Durch Spenden finanziert
Kostenpunkte sind vor allem die Ausbildung Kiras sowie die Vorabklärungen und die ganze Koordination der Besuche.
Hochgerechnet werden die Gesamtausgaben auf rund 35?000 Franken. Dieser Betrag wird komplett von Spenden abgedeckt, welche aus unterschiedlichsten Richtungen kommen, unter anderem von Ärzten, Angehörigen, Mitarbeitern der Spitex und sogar Gemeinderäten.
Eine friedliche Atmosphäre
Zu einem späteren Zeitpunkt wird Kira auch Besuche in Altersheimen oder beim Lighthouse durchführen können. Intern ist sie für die Spitex zur Mühle ebenfalls ein Gewinn. So zum Beispiel bei Bewerbungsgesprächen. «Wenn Kira den Bewerber begrüsst und während des Gesprächs im Raum bleibt, entsteht eine friedliche, lockere Atmosphäre. Die Person verstellt sich nicht und ist ehrlich», so Barbara Radtke. Zudem tut Kira auch Mitarbeitern gut. Wenn jemand von einem besonders schwierigen Besuch zurückkehrt, setzt er sich zuerst ein paar Minuten zu Kira. Sie ist somit zu einem Maskottchen für die Spitex zur Mühle geworden. (regio.ch)
Erstellt: 02.11.2011, 20:38 Uhr
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