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Dem Holzwurm fehlen die Mittel

Von Andres Eberhard. Aktualisiert am 25.07.2012

Die Ansprüche an den Abenteuerspielplatz Holzwurm steigen. Die Präsidentinnen des Vereins Holzwurm fassen daher eine Teil-Professionalisierung ins Auge. Dafür sind sie auf die Unterstützung der Stadt angewiesen.

Bis zu 100 Kinder tummeln sich an einem schönen Mittwochnachmittagen auf dem Abenteuerspielplatz Holzwurm. (Archivbild: Stephan Kälin)

Bis zu 100 Kinder tummeln sich an einem schönen Mittwochnachmittagen auf dem Abenteuerspielplatz Holzwurm. (Archivbild: Stephan Kälin)

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Seit 34 Jahren spielen und werken Kinder und Jugendliche auf dem Holzwurm rund um ihre selbst gebauten Hütten. Das Interesse am Abenteuerspielplatz ist enorm: Bis zu 100 Kinder tummeln sich an einem schönen Mittwochnachmittag auf dem Gelände. Der Spielplatz gilt ausserdem als äusserst vorbildlich, weil Kinder hier noch den zunehmend knappen Freiraum geniessen können. In Winterthur will ein Verein die Idee gar kopieren.

Noch aber lastet die Arbeit auf dem Holzwurm zu einem grossen Teil auf den Schultern von Freiwilligen. Rund 6000 Stunden pro Jahr würden die etwa 50 Aktivmitglieder investieren, sagt Co-Präsidentin Claudia Hofstetter. «Das zu koordinieren, ist sehr aufwendig, und wir stossen an die Grenzen des Machbaren.» Um die Zukunft des Platzes zu sichern, hat sich der Verein darum kürzlich an die Stadt gewandt. «Wir baten um ein Gespräch», sagt Hofstetters Kollegin im Vereinspräsidium, Bea­trice Stebler. Dass der Holzwurm mittlerweile auch für die Stadt wichtig ist, zeigt sich darin, dass eine Einladung zu einem Gespräch bereits erfolgt ist. «Bis jetzt haben uns die Verantwortlichen der Stadt immer viel Wohlwollen entgegengebracht.»

Schritt nach vorne oder zurück

Seit 2006 wird das Erfolgs­modell Holzwurm von der Stadt Uster mit 60'000 Franken unterstützt. Im Gegenzug muss der Verein eine Leistungsvereinbarung erfüllen. Diese beinhaltet den kostenlosen Zugang und legt Öffnungszeiten sowie Anzahl Kinder fest, die pro Jahr auf den Holzwurm kommen sollten.

«Wir sind auf der Schwelle zwischen einem Elternverein und professionell betriebener Jugendarbeit», sagt Hofstetter. Dieser Zustand sei auf Dauer unbefriedigend, weil die gestiegene Erwartungshaltung an den Spielplatz deutlich spürbar sei. Die Ansprüche der Kinder und vor allem der Eltern an den Platz seien in den letzten Jahren markant gestiegen. «Viele meinen, hier sind Profis am Werk», präzisiert Stebler.

«Nicht wegzudenken»

Entsprechend gross ist im Verein die Hoffnung, dass das Anliegen nach mehr Unterstützung bei der Stadt erhört wird. Dort hebt man auf Anfrage die grosse Bedeutung des Platzes hervor, will sich aber noch nicht festlegen, ob allenfalls mehr Geld gesprochen wird. «Der Antrag wird zurzeit geprüft. Grundsätzlich besteht natürlich das Interesse, dass der Platz Bestand hat. Denn er ist sehr beliebt und nicht wegzu­denken», sagt Stadtrat Thomas Kübler.

Den Vereinspräsidentinnen ist es wichtig zu betonen, dass sie keine vollständige Professionalisierung anstreben. «Wir wollen kein Gemeinschaftszentrum, wie es dies in Zürich gibt», sagt Stebler. Es soll weiterhin Freiwilligenarbeit geleistet werden. «Die Vielfältigkeit des Platzes ergibt sich gerade durch die vielen mitwirkenden Freiwilligen.» Ein zusätzlicher Zustupf der Stadt würde in die Löhne fliessen. Zum Beispiel für dringend benötigte Ferien­ergänzungen und zusätzliche Betreuer an Mittwochnachmittagen. Zurzeit sind neben der bezahlten professionellen Spielplatzleiterin Praktikanten im Einsatz. Auch Vorstands- oder andere Aktivmitglieder könnten für ihre Arbeit entlöhnt werden.

Grosse Fluktuation bei Helfern

Wie vielen anderen Vereinen mangelt es auch dem Holzwurm an Personen, die sich für ein grosses freiwilliges Engagement bereit erklären. «Es ist eine Tatsache, dass heute vermehrt beide Elternteile erwerbstätig sind und damit ein grösseres Ehrenamt über längere Zeit nicht mehr zu leisten ist», sagt Stebler. Beim Holzwurm komme die grosse Fluktuation als zusätzliche Schwierigkeit hinzu. «Heute machen viele nur solange mit, wie die Kinder den Spielplatz benutzen.» Auch die beiden Präsidentinnen geben offen zu, den riesigen Aufwand des Präsidiums nicht länger als für vier Jahre (zwei Amtsperioden) betreiben zu können. Das würde heissen, dass die beiden in knapp zwei Jahren ausscheiden. (regio.ch)

Erstellt: 25.07.2012, 18:16 Uhr

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