Patrick Angele: Masseur mit politischem Gespür
Von Manuel Reimann. Aktualisiert am 05.08.2011 1 Kommentar
Doppelpass mit Patrick Angele
Das letzte Mal so richtig gefreut habe ich mich?…
…?als Husni Mubarak gestürzt wurde.
Mein bester Freund bezeichnet mich als?…
…?lustvollen Hedonisten.
Mein politischer Lieblingsgegner ist?…
…?Patrick Walder (Dübendorfer SVP-Gemeinderat).
Die Meinung meiner Partei ist für mich?…
…?sehr wichtig.
Wenn ich König der Schweiz wäre, würde ich?…
…?die Demokratie einführen.
Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass?…
…?in der Schweiz auch Gerechtigkeit möglich ist.
Interview: Manuel Reimann
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Sie bietet einen fantastischen Rundblick, die Anhöhe hinter Stettbach. Von hier könne man das ganze obere Glattal überblicken, meint Patrick Angele. «Ein riesiger Siedlungsbrei, zugleich aber eine der grössten Boom-Regionen. Wir sind daran, das alles zu überbauen, aber ohne richtiges Konzept», bemängelt der SP-Politiker, der im Dübendorfer Stadtteil Stettbach wohnt. «Da versagt die Politik.» Dabei gebe es auch gute Beispiele, etwa die Umgestaltung des Zwicky-Areals, wo man gemeinsam ein nachhaltiges Projekt erarbeitet habe.
Der 24-Jährige, der im Alter von 14 Jahren die Politik für sich entdeckte, ist einer der jüngsten Nationalratskandidaten. Seine Wahlchance schätzt er auf «50 zu 50» ein. «Ich steige von Platz acht ins Rennen, meine Partei, die SP hatte beim letzten Mal sieben Sitze erzielt. Ich bin zuversichtlich, dass wir den achten holen können.»
Sanfter im Ton, hart in der Sache
Politisch ist Angele trotz seines Alters schon recht erfahren. Seit 2006 sitzt er im Dübendorfer Gemeinderat. In seinen ersten Ratsjahren schoss er mit seinen sehr direkten Voten mitunter weit übers Ziel hinaus. Im Tonfall gibt er sich heute gemässigter, nicht aber in der Sache. Wenn er ein Statement abgibt oder sich für einen Vorstoss engagiert, so tut er das mit Verve. Der medizinische Masseur hat Gespür für die politische Situation. Als nach dem Nein des Gemeinderats zur Ausgestaltung des bereits im Bau befindlichen Bahnhofs Stettbach ein Fiasko drohte, reagierte er blitzschnell und kündigte noch in der gleichen Ratssitzung eine Volksinitiative an.
Dieses Gespür haben auch seine politischen Gegner erkannt. Das dürfte in Tat und Wahrheit auch der Grund sein, dass sie Angele vor Jahresfrist die Weihe zum Dübendorfer Gemeinderatspräsidenten verweigerten, nachdem sie ihn ein Jahr zuvor noch zum Vizepräsidenten gewählt hatten. Offiziell mit der Begründung, dass einer, der beruflich als Sekretär für die Gruppe Schweiz ohne Armee arbeitet, eine Garnisonsstadt wie Dübendorf nicht angemessen repräsentieren könne. Inoffiziell aber wohl eher, um ihn zurückzubinden.
Ein Vorgehen, das in der schweizerischen Konkordanzpolitik äusserst unüblich ist. Entsprechend negativ wurde es in den Medien kommentiert, selbst von der «NZZ» setzte es dafür nur Tadel ab.
So richtig bekannt sei er durch diese Aktion geworden, «eigentlich müsste ich den Drahtziehern dankbar sein», sagt Patrick Angele heute. Gleichwohl lässt er durchschimmern, dass er das Amt des Gemeinderatspräsidenten doch sehr gerne ausgeübt hätte. «Es gibt kein anderes politisches Amt, in dem man so nahe an die Bevölkerung herankommt.»
Menschenwohl, Raumplanung, Militär
Das Wohl der Menschen – und zwar aller Menschen – ist denn auch eines der drei Hauptanliegen von Angeles Politik. «In der Schweiz gibt es 400'000 Menschen, die voll berufstätig sind und doch nicht genügend Geld verdienen, um davon leben zu können. Dies in einem der reichsten Länder der Welt.»
Die Raumplanung ist ein weiterer Themenbereich, der Angele besonders am Herzen liegt. «Dübendorf liegt in einer Boom-Region. Da stellt sich die Frage, wie man neu entstehende Städte plant.»
Das dritte grosse Thema, das Angele beschäftigt, ist das Militär. «Die Wehrpflicht verbaut jedes Jahr Tausenden die Möglichkeit, ein Studium anzufangen, oder erschwert ihnen, ins Erwerbsleben einzusteigen.» Deshalb engagiert er sich in der GSoA. Auch wenn er nicht mehr deren Sekretär ist. (ZO/AvU)
Erstellt: 05.08.2011, 20:27 Uhr
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1 Kommentar
Herr Angele ist aus meiner Sicht ein sehr guter Sachpolitiker. Er schiesst nicht auf Personen, sondern kümmert sich um die Sache. Leider würgen die Bürgerlichen ihn ab. Sie haben also vor ihm schiss, weil er sachlich seine durchaus reale Ansichten vertritt. Seine Ansichten teile ich gar nicht, aber ich respektiere ihn. Antworten

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