Bezirk Uster
Gebäudelabor auf dem Dübendorfer Empa-Areal
Aktualisiert am 14.08.2012 1 Kommentar
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Gebäude stehen für lange Zeit. Doch genau das behindert die Experimentierfreude am Bau. Mit dem Forschungsprojekt «Nest» bietet sich nun ein Ausweg aus diesem Dilemma: Auf dem Empa- und Eawag-Gelände in Dübendorf wird ein «Gebäudelabor» entstehen, dessen einziges dauerhaftes Element das tragende Stahlbetonskelett ist. Alle Räume dagegen, samt ihren Fassaden, seien austauschbar, heisst es in einer Mitteilung.
In den einzelnen Forschungsmodulen lassen sich Raumkonzepte, Energiemanagement und Materialien der Zukunft erproben. Am 22. August findet in der Empa-Akademie eine Informationsveranstaltung für die Nachbarn und alle anderen Interessierten statt.
Erst auf dem Papier aktuell
Noch existiert das Bauforschungsprojekt nur auf dem Papier. Doch seien die Detailplanungen so weit gediehen, dass die Empa die Baueingabe nächstens einreichen werde. Peter Richner, Direktionsmitglied der Empa und Leiter des Departements «Bau- und Maschineningenieurwesen» hat mit seinen Kollegen das Gebäudelabor «Nest» erdacht: «Hier kann all das gewagt und erprobt werden, was sonst nirgendwo möglich ist», sagt er und ist überzeugt, dass damit vom Empa-Gelände in Dübendorf aus Forschung und Innovation im Bauwesen neue Impulse verliehen werden können.
Das modulare «Gebäudelabor» wird als Demonstrationsobjekt auf dem Empa-Gelände nachhaltige Baumaterialien, -systeme und -technologien von morgen schon heute erlebbar machen. In ein tragendes «Skelett» mit drei offenen Stockwerken lassen sich Forschungsmodule einschieben, die sich dann im Alltagseinsatz mit Bewohnern bewähren müssen. Möglich sind sowohl Wohn- als auch Büroräume – einstöckige Konstruktionen ebenso wie zweistöckige Bauten oder ganze Stockwerke in Leichtbauweise.
Ausgeklügeltes Energiesystem
Das tragende Rückgrat stellt dabei die Versorgung der Raummodule sicher: Treppenhäuser und Versorgungslifte, Medienkanäle für Luft, Wasser, Wärme, Kälte und Strom sind darin integriert; spezielle, normierte Anschlüsse verbinden die Module mit der Infrastruktur. In einem zentralen Hub wird Energie in Form von Wärme, Kälte und Strom zwischengespeichert, umgewandelt und wieder auf die verschiedenen Module verteilt.
Auf insgesamt 2700 Quadratmetern Nutzfläche werden die Forschungsmodule installiert. Sie sind in ihrer Ausgestaltung völlig unabhängig: Hier sollen visionäre und pragmatische Ideen, modernistische und traditionelle Gebäudekonzepte gegeneinander antreten: Hochautomatisierte Räume, in denen Sensoren alle relevanten Parameter erfassen und eine zentrale Steuerung das Raumklima kontinuierlich regelt, können mit Räumen verglichen werden, in denen nur naturbelassene Materialien eingesetzt werden und das Klima passiv geregelt wird. Nebst der technischen Performance wird auch die Wahrnehmung durch die Nutzer in die Beurteilung einfliessen.
Wie lebt es sich in der Wohnung von morgen?
Da eine Kombination reiner Schaustück-Module noch wenig wissenschaftliche Aussagekraft hat, sollen ins «Nest» Menschen einziehen und ihre Erfahrungen dokumentieren. Geplant ist eine gemischte Nutzung aus Grossraumbüros, Konferenzsälen und Wohnungen: So haben die «Nest»-Bewohnenden die Chance zu erfahren, wie Häuser der Zukunft auf die Menschen wirken.
Schliesslich dient «Nest» auch dem Wasserforschungsinstitut Eawag als Forschungslabor: Die Wasserver- und -entsorgung wird erprobt, neue Recyclingvarianten für so genanntes Grau- und Schwarzwasser können am realen Objekt und unter definierten Bedingungen getestet werden.
Investoren gesucht
Nun läuft die Suche nach der Finanzierung und nach Industriepartnern im In- und Ausland, die bei der ersten Versuchsbelegung von «Nest» mit an Bord sein wollen. Auch nach der ersten Phase wird «Nest» ständig sein Gesicht verändern und den heissen Fragen rund ums Wohnen und Arbeiten auf der Spur sein.
Die Initiative zu dem Projekt wird getragen von Empa, Eawag, ETH Zürich und EPF Lausanne. Bereits haben sich aber auch andere Forschungsinstitutionen aus dem In- und Ausland gemeldet, und begonnen, ihre Ideen für die ersten Module zu entwickeln. (kes)
Erstellt: 14.08.2012, 09:53 Uhr
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EMPA muss eigenständig bleiben und darf nicht an EU-Diktatoren-Investoren verkauft werden, die Schweiz muss wieder lernen auf eigenen Füssen zu stehen, und nicht dauernd auf Pump vom Ausland angewiesen zu sein - die Finanz- und Wirtschafts-Krise lassen grüssen. Antworten

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