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Giessen-Hochhaus: «Leute wollen vertrauenswürdigen Investor»

Die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen von Dübendorf haben sich deutlich gegen den Gestaltungsplan Giessen entschieden.

Visualisierung der Überbauung des Giessen-Areals. (Archivbild: zvg)

Visualisierung der Überbauung des Giessen-Areals. (Archivbild: zvg)

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Mit 3084 Nein zu 2594 Ja-Stimmen haben die Dübendorfer den Gestaltungsplan abgelehnt. Stadtrat und Gemeinderat hatten den Plan befürwortet. Mit dem Nein zum Gestaltungsplan haben die Stimmberechtigten nun die Erlaubnis verweigert, das Projekt genau auszuarbeiten und zu realisieren. Mitgespielt haben dürfte dabei, dass kurz vor der Abstimmung publik geworden war, dass gegen den Besitzer des Giessen- Areals Betreibungen in Millionenhöhe laufen (wir berichteten).

Die Überbauung sollte direkt bei der Station «Giessen» der Glattalbahn zu stehen kommen. Das vorgesehene Hochhaus wäre nur 12 Meter kleiner gewesen als der Zürcher Prime Tower. Dazu waren im 550-Millionen-Franken-Projekt mehrere bis zu 30 Meter hohe Nebengebäude vorgesehen.

«Chance verpasst, solvente Steuerzahler anzulocken»

Der Dübendorfer Gemeinderat Orlando Wyss (SVP) zeigt sich enttäuscht über das Resultat. Er spricht von einer «Kampagne», die gegen den Investor geführt worden sei. Wyss spielt damit auf die Bekanntmachung des Fakts an, dass gegen den Grundeigentümer, die Firma K-Werkstatt von Angelo Labate, Betreibungen in Millionenhöhe vorliegen (wir berichteten). Wyss: «Das hatte aber nichts mit dem Projekt zu tun.» Es sei schade, dass nur noch über die Person Labate geredet worden sei. Darüber hinaus hätten die Gegner kaum Argumente gehabt, so Wyss. «Die Linken behaupten, für Verdichtung zu sein, aber wenn es konkret wird, sind sie dagegen.» Man habe eine Chance verpasst, solvente Steuerzahler nach Dübendorf zu locken.

Die siegreichen Gegner des Gestaltungsplans interpretieren das Resultat naturgemäss anders. Thomas Maier von der GEU/GLP spricht von einem «Freudentag». Er räumt ein, dass die Enthüllungen über Labate eine Rolle gespielt hätten. Das Vertrauen in ihn sei beschädigt, «und die Leute wollen einen vertrauenswürdigen Investor.»

Es seien aber auch inhaltliche Aspekte des Gestaltungsplans entscheidend gewesen. So habe ein überzeugendes Verkehrskonzept gefehlt, und die Baudichte von 47'250 Quadratmetern habe das gesunde Mass überschritten. Man habe jahrelang erfolglos auf ein ausgewogeneres Projekt hinzuwirken versucht.

Zur Abstimmung gekommen ist es, weil Grüne, Grünliberale, SP und EDU den Wohnanteil von 40% zu tief fanden und das Referendum ergriffen. Sie kritisierten zudem, dass zu viele Parkplätze erlaubt seien und es kein Konzept für ein Schulangebot sowie für Kinderbetreuung gebe. Die Abstimmung war durch ein Behördenreferendum nötig geworden.

Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Montag, 28. November. (mvl/ast/sda)

Erstellt: 27.11.2011, 13:57 Uhr

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3 Kommentare

ruth leemann

28.11.2011, 10:45 Uhr
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Die Vernunft hat gesiegt, so einfach ist die Sache. Auch in Zukunft sollten solche Gestaltungspläne von masslosen Prim Tower - Hochhäuser in Dübendorf verboten / keine Chance haben. Mit Solventen Steuerzahler nach Dübendorf zu locken, wird nur eine masslose Preistreiberei betrieben, d.h. die Miet-/Kauf-Preise werden durch solche Projekte nur noch mehr angeheizt - billigem Wohnen wird zum Alptraum. Antworten


Michael Meier

28.11.2011, 07:30 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Herr Burim Ramadani: Das Hochhausprojekt ist irrsinn und Dübendorf braucht keine solchen idiotischen Megabauten. Gottseidank ist das Stimmvolk normal gebieben. Jedem, dem dieser Entscheid nicht passt, der kann ja wegziehen. Antworten


Burim Ramadani

27.11.2011, 23:33 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Dübendorf stosst damit dem verdichtetem Bauen ein Messer in den Rücken !
Nicht nur ein verlust für Dübendorf sondern einer fürs gesamte Glattal. Damit sag man nein zu einem weiteren Wahrzeichen des Wirtschaftsstandorts Glattal. Mit einem angenommenen Gestaltungsplan hätte ein anderes Unternehmen das Projekt verwirklichen können, wenn der jetztige nicht Liquid gewesen wäre. Schade, echt schade.
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Kennzahlen Gemeinde

Bevölkerung

Einwohner 23393
Einwohner pro km2 1717.5
Einwohner Entwicklung 10.5
Wanderungsgewinn 5.6
Geburtenüberschuss 4.6
Ausländeranteil 28.2%
Anteil Einwohner 0-19 19.1%
Einwohneranteil 20-64 67.6%
Einwohneranteil 64+ 13.3%
Anzahl Privathaushalte 10613
Anzahl Personen pro Haushalt 2

Wähleranteile in % (Nationalratswahlen)

Hauptsprache

Häufigste Deutsch 81,8%
Zweithäufigste Italienisch 4,5%
Dritthäufigste Serbokroatisch 2,1%

Fläche

Fläche 13.6 km2
Anteil Siedlungsfläche 41.9%
Anteil Landwirtschaftsfläche 37.6%
Anteil Wald und Gehölze 19.5%
Anteil unproduktiver Fläche 1%

Bildungsstand (25-64-Jährige)

Ohne nachobligatorische Ausbildung 19.8%
Sekundarstufe II 51.5%
Tertiärstufe 22.1%

Arbeit

Erwerbsquote (15-64-Jährige) 84%
Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt) 3.09%
Beschäftigte im 1. Sektor 196
Beschäftigte im 2. Sektor 2410
Beschäftigte im 3. Sektor 11663
Betriebe im 1. Sektor 31
Betriebe im 2. Sektor 234
Betriebe im 3. Sektor 897

Wohnen

Wohndichte (Bewohner pro Wohnraum) 0.58
Wohneigentumsquote 20.9%
Neu gebaute Wohnungen je 1000 Einwohner 9
Leerstehende Wohnungen in % des Wohnungsbestandes 0.39%

Mobilität

Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel 27.2%
Privatwagenbenutzer 44.3%
Wegpendler in andere Gemeinde in % der erwerbstätigen Einwohner 65.3%

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Website Statistik Schweiz

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