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Die Familie bereits seit Jahren terrorisiert

Aktualisiert am 05.02.2012 1 Kommentar

Am 15. August 2011 erschoss ein 59-jähriger Kosovare in Pfäffikon seine Ehefrau und die Leiterin des Sozialamtes auf offener Strasse. Inzwischen steht die Strafuntersuchung vor dem Abschluss. Vor seiner Tat hatte der Mann seine Familie bereits über Jahre hinweg terrorisiert.

Kerzen und Blumen vor dem Gemeindehaus Pfäffikon zur Erinnerung an die tote Leiterin des Sozialamt Pfaeffikon im vergangenen August. (Bild: Archiv ZO/AvU)

Kerzen und Blumen vor dem Gemeindehaus Pfäffikon zur Erinnerung an die tote Leiterin des Sozialamt Pfaeffikon im vergangenen August. (Bild: Archiv ZO/AvU)

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Es geschah an einem verregneten Montagmittag im August: Zuerst passte der Kosovare seiner Ehefrau im Pfäffiker Dorfzentrum ab. Es kam zum Streit, worauf der 59-Jährige seiner Frau mehrmals in den Kopf schoss. Kurz darauf erschoss er vor dem Gemeindehaus die Leiterin des Pfäffiker Sozialamtes (wir berichteten).

Es war eine Bluttat, die sich angekündigt hatte, wie im «Tages-Anzeiger» vom Samstag zu lesen ist. Aus den Ergebnissen der Administrativuntersuchungen, welche Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) bei der Kantonspolizei in Auftrag gab, lässt sich erstmals erahnen, was sich vor dem 15. August in der Familie des Kosovaren abspielte.

Seit dem Jahr 2002 war den Behörden bekannt, dass es in der Familie regelmässig zu Übergriffen kam. Damals zeigte die 19-jährige Tochter ihren Vater an, weil er ihr mit einer halb vollen PET-Flasche ins Gesicht geschlagen hatte. Der Polizei erzählte sie zudem, dass ihr Vater sie schon früher geschlagen und getreten habe und mit einem Baseballschläger auf die Mutter losgegangen sei. Laut Akten wurde der 59-Jährige bereits 1997 notfallmässig wegen Suizidgefahr in eine psychiatrische Klinik eingewiesen – und weil er drohte, «jemanden von der Fremdenpolizei umzubringen». Seither wurde er mehrfach psychiatrisch abgeklärt, wie im «Tages-Anzeiger» zu lesen ist.

Strafuntersuchung vor dem Abschluss

Obwohl sich die Hittnauer und Pfäffiker Sozialbehörden seit 2011 intensiv um die Familie kümmerte, schlug der Mann immer wieder zu, warf seiner Frau laut den Berichten Aschenbecher und Blumentöpfe an den Kopf. Diese verzichtete aber darauf, ihn anzuzeigen. Dies tat im November 2005 seine Tochter. Im Rahmen dieses Strafverfahrens zeigte sich das ganze Ausmass der Gewalt in der Familie. Das Verfahren wegen Körperverletzung, Drohung und Tätlichkeiten verlief aber grösstenteils im Sand, weil die Familienmitglieder ihre Anzeigen zurücknahmen.

Inzwischen steht die Strafuntersuchung gegen den Kosovaren vor dem Abschluss. Ob Staatsanwalt Roland Geisseler den 59-Jährigen wegen Doppelmordes anklagen wird, ist noch nicht bekannt. Er warte noch auf Gutachten, wie er gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt. Unter anderem stehe die psychiatrische Expertise des Mannes noch aus. (jes)

Erstellt: 05.02.2012, 18:00 Uhr

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1 Kommentar

Urs Grazioli

06.02.2012, 12:27 Uhr
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Kommentieren mag man die Sache nicht. Doch es bleiben viele offene Fragen. Speziell dann wenn zu lesen ist: "Im Rahmen dieses Strafverfahrens zeigte sich das ganze Ausmass der Gewalt in der Familie." Und das im Jahr 2005… traurig, ja sehr traurig….. Antworten



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Kennzahlen Gemeinde

Bevölkerung

Einwohner 10140
Einwohner pro km2 518.4
Einwohner Entwicklung 12.1
Wanderungsgewinn 10.3
Geburtenüberschuss 2.4
Ausländeranteil 17.6%
Anteil Einwohner 0-19 23.5%
Einwohneranteil 20-64 62%
Einwohneranteil 64+ 14.5%
Anzahl Privathaushalte 3890
Anzahl Personen pro Haushalt 2.3

Wähleranteile in % (Nationalratswahlen)

Hauptsprache

Häufigste Deutsch 86,9%
Zweithäufigste Italienisch 4,6%
Dritthäufigste Albanisch 2,3%

Fläche

Fläche 19.5 km2
Anteil Siedlungsfläche 16.7%
Anteil Landwirtschaftsfläche 43.3%
Anteil Wald und Gehölze 23.4%
Anteil unproduktiver Fläche 16.5%

Bildungsstand (25-64-Jährige)

Ohne nachobligatorische Ausbildung 21.9%
Sekundarstufe II 53%
Tertiärstufe 20.3%

Arbeit

Erwerbsquote (15-64-Jährige) 82.4%
Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt) 2.52%
Beschäftigte im 1. Sektor 200
Beschäftigte im 2. Sektor 1635
Beschäftigte im 3. Sektor 2379
Betriebe im 1. Sektor 58
Betriebe im 2. Sektor 99
Betriebe im 3. Sektor 352

Wohnen

Wohndichte (Bewohner pro Wohnraum) 0.59
Wohneigentumsquote 33%
Neu gebaute Wohnungen je 1000 Einwohner 7.3
Leerstehende Wohnungen in % des Wohnungsbestandes 0.7%

Mobilität

Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel 19.7%
Privatwagenbenutzer 42.7%
Wegpendler in andere Gemeinde in % der erwerbstätigen Einwohner 55.7%

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Website Statistik Schweiz

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