Bezirk Pfäffikon
Der Tote im Staldenweiher – Folge 3
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Handlung und Personen in diesem Sommerkrimi sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.
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Da lag er nun im spiegelglatten Wasser des Staldenweihers, mausetot. Der Kopf in Seitenlage, in den kurzen, dunkelbraunen Haare hingen ein paar Algen. Urs Peter Dügglinger trug einen dunkelgrauen Anzug – als wäre er kurz vor seinem Ableben noch an einer Sitzung des Gemeinderats Pfäffikon oder einem Business-Lunch des örtlichen Gewerbevereins gewesen.
In Tristan Döbelis Magen breitete sich ein flaues Gefühl aus. Als Redaktor hatte er ja schon so einiges gesehen – aber eine Leiche war noch nicht dabei gewesen. Aus der Distanz – Gemeindepolizist Bommeler hatte ihn hinter das Absperrband verdonnert – waren keine Spuren von Gewalt zu sehen. Dass Dügglinger einfach so in den Weiher gefallen war, konnte er sich aber beim besten Willen nicht vorstellen. «Das riecht schwer nach Verbrechen», murmelte er vor sich hin.
«Jetzt setzen Sie sich erst mal da drüben auf die Bank.» Während Gemeindepolizist Geri Bommeler die vor sich hinschniefende Leichenentdeckerin Lini Schlottermann zu beruhigen versuchte, ermahnte sich Döbeli zur Selbstdisziplin. «Reiss dich zusammen – du bist kein hundskommuner Gaffer, hast hier einen Job zu erledigen!»
***
Was wusste er eigentlich über den Toten? Obwohl er selbst auch in Pfäffikon wohnte, hatte Döbeli den Lokalpolitiker nicht besonders gut gekannt. Ein paar Mal hatte er den Bauvorstand kontaktiert, zuletzt vor zwei Monaten wegen der Sanierung der Abwasserreinigungsanlage. Am Dorffest hatte er ihn im Kreise von dessen Gewerblerkollegen erspäht. Dügglinger hatte ihm zugenickt, als Döbeli Richtung Bar marschiert war.
Weiter wusste Döbeli, dass Dügglinger Mitglied der Schweizer Nationalpartei sowie Vizepräsident des Gewerbevereins gewesen war – und dessen Interessen in der Exekutive konsequent wahrzunehmen versuchte. Dass er verheiratet gewesen sein musste, schloss Döbeli aus den Worten, die Lini Schlottermann bei seiner Ankunft ausgestossen hatte. «Die arme Trudi!», hatte sie geschluchzt. Als Journalist durften ihm blosse Vermutungen zwar nicht genügen. Trotzdem ertappte er sich dabei, dass er den bürgerlichen Politiker automatisch als Familienvater einstufte. Hektisch notierte er, welche Informationen ihm noch fehlten.
Dann ein unsanfter Stoss von hinten. «Sofort zurücktreten, Kantonspolizei!» Der barsche Befehlston kam von einer hageren Gestalt mit mächtigem blondem Schnurrbart. Bommeler erbleichte kurz und flüsterte: «Gopferteli, der Karl Gisliker!» Der Kantonspolizist war ein unangenehmer Zeitgenosse. Zum Glück hatte Bommeler meist nur telefonisch mit ihm zu tun. Schnurstracks watete Gisliker bis zu den Knien ins Wasser und drehte den Toten auf den Rücken. Döbeli schluckte. Dügglingers Gesicht war bleich wie ein Leintuch. Seine Unterlippe war aufgeplatzt – und sein rechtes Auge zierte ein Veilchen.
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(thi)Erstellt: 17.07.2012, 19:41 Uhr
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