Bezirk Pfäffikon
Der Tote im Staldenweiher – Folge 27
Hinweis
Handlung und Personen in diesem Sommerkrimi sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.
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Die Worte des Dorfpolizisten wirkten auf Döbeli wie eine kalte Dusche. Auch Anatevka neben ihm sagte kein Wort, starrte stumm vor sich hin. Bettoni als Täter, das musste Döbeli eingestehen, schien plausibel. Zwar hatte er laut Bommeler beim Verhör den Mord nicht gestanden, musste aber zugeben: Er war zur Tatzeit am Staldenweiher.
Dabei hatte sich der schleimige Italo noch bei der Witwe Dügglinger als Tröster aufgespielt. «Carlo, meine starke Schulter», hatte sie erst vor Kurzem herzerweichend geschwärmt. Plötzlich musste Döbeli leer schlucken. Trudi war es doch, die Bettoni das Alibi gegeben hatte. Warum wollte sie ihn schützen?
Als er eine Viertelstunde später mit dem Suzuki bei der Villa Dügglinger vorfuhr, stand bereits ein Polizeiwagen vor der Garage. Also hatten auch die Fahnder bemerkt, dass die Witwe des Gemeinderats gelogen hatte. Als sei auch er ein Ermittler, betrat er ohne zu Klingeln das Haus. Dort waren Bommeler und Gisliker gerade dabei, Trudi Dügglinger in Gewahrsam zu nehmen. Diese schrie Zeter und Mordio. «Wie können Sie es wagen, eine trauernde Witwe zu belästigen!»
Als wäre es eine Keule, schwang sie ein ledernes Köfferchen in Richtung der Köpfe der beiden Beamten – und hätte beinahe den eintretenden Döbeli getroffen. «Ah, mein Retter», rief sie nun plötzlich freudestrahlend aus, und legte das Köfferchen dem Journalisten in die Hand, als wäre es ein Blumenstrauss. Wie auf Knopfdruck verwandelte sich ihr Rouge der Empörung in ein Lächeln wie frisch vom Schönheitschirurgen. «Liebster Tristan, befreien Sie mich vom Übergriff dieser ordinären Beamtenseelen», flötete sie.
Jetzt wurde es Gisliker endgültig zu bunt: «Madame, Sie kommen mir jetzt mit auf den Posten, und Sie» – er steckte Döbeli dabei fast den Finger ins Gesicht – «hören endlich auf, unsere Ermittlungen zu behindern.» «Gopferteli, mach dass du wegkommst», brummelte auch Bommeler, und schob den jungen Redakteur, der noch immer Trudis Köfferchen im Arm hielt, aus der Dügglingerschen Villa hinaus.
Zurück in seiner Wohnung, gewann Döbeli langsam wieder an Fassung. Die zärtlich-verängstigten Blicke aus Anatevkas Rehaugen waren Balsam für seine von den beiden Polizisten zurechtgestutzte Helden-Natur. Nur die langen Beine, die sie auf dem Sofa sitzend eng umschlungen hielt, machten ihn etwas nervös.
Mehr zur Ablenkung öffnete er Trudi Dügglingers Köfferchen, das er zuvor achtlos auf den Fernsehtisch gelegt hatte. Ganz zuoberst lag eine grosse Schachtel Medikamente. Döbeli öffnete sie vorsichtig, und zog eine Reihe blau-weisser Tabletten in silbergrauer Folie heraus. Anatevka, die bisher stumm zusah, stöhnte auf. «Von wo du haben diese Medikamente?», fragte sie, und starrte ungläubig auf die Pillen in Döbelis Hand. «Sie nicht gehören zu dieser Packung.» (rbr)
Erstellt: 16.08.2012, 21:14 Uhr
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