Bezirk Pfäffikon
Der Tote im Staldenweiher – Folge 26
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Handlung und Personen in diesem Sommerkrimi sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.
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Tristan Döbeli verstand gar nichts mehr. «Bob wer?» Anatevka war kreideweiss und zitterte wie Espenlaub. «Bob, der Bordellbesitzer», stiess sie nochmals hervor. «Was der macht im Haus von meinem Mishka, meinem Bär?» Döbeli blickte sie entgeistert an. «Was, Bordellbesitzer? Das ist Robert Urs, der Sohn von deinem Dügglinger!» Die Augen der jungen Frau weiteten sich. Fassungslos schaute sie Tristan an. «Ist ja gut, beruhige dich», beschwichtigte er. «Du kommst jetzt erst mal mit.» Er führte die verstörte Anatevka von Dügglingers Haus weg, verfrachtete sie in seinen Suzuki und fuhr sie in seine Wohnung. Das schien ihm im Moment die beste Lösung. Und da wäre sie vor Robert Urs sicher, überlegte sich Döbeli.Vielleicht konnte er ja noch mehr aus der jungen Frau herausbringen.
***
In der Wohnung reichte Döbeli Anatevka ein Glas Wasser, das sie hastig und in grossen Schlucken hinunterstürzte. Atemlos blickte sie sich im Wohnzimmer des Redaktors um, als befürchtete sie, dass jemand sie beobachten könnte. «So, jetzt erzähl mal alles, was du weisst», befahl Döbeli in barschem Ton. «Alles!» Die junge Frau zuckte vor Schreck zusammen. «Ich töne schon wie Bommeler», schoss es ihm durch den Kopf. Daraufhin änderte seinen Tonfall und fügte freundlich an: «Langsam und schön der Reihe nach.»
Sie erzählte ihm, dass Bob alias Robert Urs Dügglinger und ihr Geliebter am Abend vor dem Mord einen heftigen Streit hatten. «Mishka hat geschrien, von Gesetz und Handelmensch, nein Menschenhandel, oder so.» Bob habe zurückgeschrien, dass er es völlig daneben finde, dass Dügglinger sich mit einer Prostituierten absetzen wolle. «Aber ich nicht habe gewusst, dass Bob ist Sohn von meine Mishka Schatz.» Schlussendlich sei es zu einer heftigen Schlägerei gekommen. «Bob hat ausgerastet völlig, und mein armer Bär wurde k. o.» Sie unterdrückte ein Schluchzen. «Ich hatte so grosse Angst, dass ich bin weggerannt.»
Döbeli schluckte leer. «Das wird ja immer besser.» In seinem Kopf drehte sich alles. Seine Gedanken überschlugen sich. Ob Robert Urs seinen Vater tatsächlich kaltblütig umgebracht und im Staldenweiher versenkt hatte? «Was mache ich jetzt?», murmelte er vor sich hin.
Dann wählte er Bommelers Telefonnummer. Der Dorfpolizist war so etwas wie ein Freund in der Not geworden. «Stell dir vor», flüsterte er aufgeregt, als Bommeler sich meldete, «ich weiss, wer Dügglinger ermordet hat, es war Robert Urs!» Am anderen Ende wurde es still. Nach einer Weile antwortete Bommeler: «Nein, gopferteli, Gisliker hat gerade Bettoni verhört – er ist felsenfest davon überzeugt, dass er es war!»
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(dih)Erstellt: 15.08.2012, 20:58 Uhr
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