Bezirk Pfäffikon
Der Tote im Staldenweiher – Folge 13
Hinweis
Handlung und Personen in diesem Sommerkrimi sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.
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Der Schlag auf seine Schulter war so hart, dass Tristan Döbeli beinahe den siedend heissen Kaffee über sein Hemd schüttete. «Na, Trissi? Auch ein blinder Redaktor findet mal ein Giftfass!» Sigi Oberhänseler gefiel sein Witz so gut, dass er dröhnend lachte. Nichtsdestotrotz war Döbeli stolz. Der Fund der Giftkanister im Staldenweiher war die Story des Tages, das Foto mit den Behältern, die er gestern entdeckt hatte, füllte die halbe Frontseite.
«Endlich bringen Sie mir mal eine halbwegs gescheite Geschichte», krächzte Chefredaktorin Antoinette Schädeler heiser. Für einmal war auch sie zur morgendlichen Redaktionssitzung gekommen. Aus «Antis» Mund klang das schon beinahe wie ein Lob. «Das ist noch nicht alles», platzte Döbeli in die Runde. «Heute Morgen ist Bauunternehmer Bettoni im Tötungsfall Dügglinger verhaftet worden.» «Woher weisst du das?» Oberhänseler geiferte beinahe vor Neid. Tristan Döbeli erinnerte sich an seine Ausbildung an der Journalistenschule. Er hüstelte und blickte betont gelangweilt auf seine Fingernägel. «Uh, sorry, da kann ich leider nichts dazu sagen. Du weisst ja: Quellenschutz!»
Oberhänseler warf ihm einen giftigen Blick zu und mischte sich dann in die lautstarke Diskussion der Redaktoren ein. Wilde Spekulationen machten die Runde. «Ruhe!», kreischte die Chefredaktorin. Augenblicklich wurde es still. Ein Hustenanfall von «Anti» Schädeler, dann sagte sie mit rauchiger Stimme: «Wir warten auf den offiziellen Bericht der Kapo!» «Was? Wieso? Wir können doch selber recherchieren!» Wieder riefen alle durcheinander.
«Ruhe, verdammt noch mal!» «Antis» Stimme überschlug sich beinahe. «Döbeli hat jetzt drei Tage Zeit, sich um die Fässer und die Geschichte mit Bettoni zu kümmern. Oberhänseler übernimmt Döbelis übrige, redaktionelle Aufgaben.» Sie erhob die Hand, um Oberhänselers Murren im Keim zu ersticken. «Genug jetzt, Marsch, an die Arbeit!»
Tristan Döbeli sass allein im Büro und biss triumphierend in sein Gipfeli. «Oberhänseler jammert der Sekretärin vermutlich gerade die Ohren voll, dass er übergangen worden ist», mutmasste er und grinste in sich hinein. Sein Triumphgefühl schwand, als er seine Notizen sichtete. «Scheisse, wo soll ich anfangen?» Bommeler war im Dienst, der würde ihm nichts sagen. Ob Bettoni wohl einen Anwalt hatte?
Das Schnarren des Telefons riss ihn aus den Gedanken. «Sie schulden mir etwas, Sie Möchtegernjournalist!» Robert Urs Dügglingers Stimme nölte hochnäsig in Döbelis Ohr. «Jetzt spitzen Sie Ihren Stift und schreiben Bettoni, diesen elenden Tschingg, in Grund und Boden!» Die Hasstirade von Dügglingers ältestem Sohn nahm kein Ende. Bettoni habe seinen Vater bestechen wollen, ihn in dunkle Geschäfte verwickelt, ihn erpresst. «Und wahrscheinlich» – Robert Urs Dügglinger erstickte fast an seinen Worten –, «wahrscheinlich hat Bettoni Ihnen auch noch erzählt, dass mein Vater eine Geliebte gehabt haben soll.» (gme)
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(gme)Erstellt: 29.07.2012, 22:55 Uhr
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