Bezirk Pfäffikon
Der Seequai verkommt zur Badi
Von Raphael Brunner. Aktualisiert am 22.08.2012 2 Kommentare
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In einem sind sich alle einig: Die Lage am See ist es, die Pfäffikon zur Perle macht. Doch wie bei jedem Schatz stellt sich die Frage: Wem gehört er und für was soll man ihn verwenden?
Vergangenen Samstag, 15 Uhr Ortszeit. Der Sommer hat sich nochmals in seiner vollen Pracht und Hitze zurückgemeldet. Wer irgendwie kann, sucht die Nähe zum Wasser. Am Seequai ist es brechend voll. Spaziergänger, Petanque-Spieler, Badegäste; alle teilen sich den knappen Raum. Scheinbar problemlos.
Spiel- und Badeplatz
«Wir verbringen immer wieder mal ein Wochenende am Pfäffikersee», erzählen zum Beispiel die Jugendlichen aus dem Aargau, die auf der Wiese ihr Camp aufgeschlagen haben. «Für einen Tagesausflug ist das hier ein Traum.» Auch die Einheimischen halten mit ihrer Begeisterung für den Ort nicht zurück: «Der Seequai ist für alle, die hier ihre Freizeit verbringen, ein Highlight» sagt ein Petanque-Spieler. Nutzungskonflikte? An diesem Samstag gibt es sie nicht. «Im Gegensatz zu einigen anderen habe ich hier als Spaziergängerin mit niemandem Probleme», sagt eine Frau. «Weder stören mich die Badenden mit ihren Hunden noch das Publikum das für Veranstaltungen anreist».
«Bedenkliche Entwicklung»
Diese anderen, zu ihnen gehört zum Beispiel Rolf Krähenbühl. «Ich finde die Entwicklung, die Pfäffikon an dieser sensiblen Stelle durchmacht bedenklich», schrieb er in einem Leserbrief in der Juli-Ausgabe der Dorfzeitung «PfäffikerIn». Zustände wie am vergangenen Samstag, sorgen bei ihm für Unmut. «Der Seequai ist zur Badi- und Spielwiese verkommen», sagt er auf Nachfrage. Statt ein Ort der Erholung finde man nur noch Rummel und Rambazamba. «Gegen einen kurzen Schwumm habe ich nichts. Aber wenn grössere Gruppen die Wiese und die Steintreppen den ganzen Tag in Beschlag nehmen, mit Liegestühlen und Sonnenschirmen, dazu laut Musik hören und häufig ihren Müll liegen lassen – dann stimmt das Verhältnis nicht mehr.»
Rolf Krähenbühl hat seinen Appell an die Öffentlichkeit aus Eigeninitiative geschrieben, ohne Mitstreiter oder Verbündete. «So wie ich, denken aber viele», ist der Pfäffiker überzeugt. Tatsächlich ist die Nutzung oder Übernutzung des Seequais Dauerthema in den Leserbriefspalten der Dorfzeitung und des Zürcher Oberländers. Gerade im Hinblick auf die geplanten Neubauprojekte rund um die Uferpromenade – etwa des neuen Bootshauses, des Bistros, dem Spielplatz oder der 170 neuen Wohnungen auf dem ehemaligen Huber+Suhner-Areal. «Ich wünsche mir darum, dass der Gemeinderat für die Zukunft ein konkretes Nutzungskonzept erstellt», so Krähenbühl. Mit klaren Regeln betreffend Baden, Standbetrieben und Veloverkehr.»
Zuerst gestalten, dann regeln
Seitens des Gemeinderats nimmt man diese Forderung zur Kenntnis. «Bevor Regelungen angepasst werden, soll der Souverän über die Neugestaltung des Seequais entscheiden», sagt Präsident Bruno Erni. Erst danach würden die Behörden zusammen mit dem Kanton die Richtlinien überprüfen. «Wie diese dann aussehen, und ob darin ein Badeverbot am Seequai enthalten sein kann, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.» (regio.ch)
Erstellt: 22.08.2012, 19:40 Uhr
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2 Kommentare
Ich gehe mit Herrn Krähenbühl völlig einig: Es kann nicht sein, dass grössere Gruppen die Wiese am Seequai ständig in Beschlag nehmen, ihre Liegestühle dort aufstellen, laut Musik hören und den Müll liegen lassen. Gegen solche Auswüchse müsste die Gemeinde unbedingt einschreiten. Antworten

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