Bezirk Pfäffikon
Alter Abfall unter den Wurzeln
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«Ich finde das sehr schade», sagt Eugen Kürzi. Der Pfäffiker wohnt zwar erst seit kurzem im Quartier an der Tumbelenstrasse, doch die vier grossen Pappeln sind ihm und seiner Frau ans Herz gewachsen. Dass die Bäume nun gefällt werden müssen, macht ihm keine Freude. Als er erfährt, dass an ihrer Stelle vier junge Bäume gepflanzt werden, hellt sich seine Miene auf. «Nun ja, das finde ich dann wieder schön.»
Sprengmeister mit Erfahrung
So wie ihm geht es vielen Anwohnern im Quartier rund um den Stogelenweg. Die meisten bedauern, dass die vier Pappeln am Rande des ehemaligen Geländes der Huber und Suhner morgen Freitag nicht mehr dort stehen werden.
Pragmatischer sieht das ein 60-jähriger Anwohner, der als Sprengmeister Erfahrung mit Bäumen hat, die zur Gefahr werden können. «Die Pappeln müssen aus Sicherheitsgründen weg», sagt er. «Dasselbe war in Bern der Fall, wo ich beim Wankdorf-Stadion arbeitete. Dort mussten rund um das Stadium ebenfalls Pappeln gefällt werden.» Schliesslich könne man neue Bäume pflanzen – was in Pfäffikon auch geschehen wird, sobald die neuen Wohnungen auf dem Areal stehen.
Tatsächlich ist es so, dass die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände dazu führen, dass die Wurzeln der Bäume beschädigt werden. «Es besteht die Gefahr, dass die Bäume umfallen», sagt Werner Büchi, Leiter Bau und Umwelt. Trotzdem gibt es auch kritische Stimmen: «Ich bin mir nicht sicher, ob die Bäume auch wirklich gefällt werden müssen», sagt etwa Anwohner Daniel Heinrich. «Hätte man die Bäume nicht in das Projekt einplanen können?»
Abfall stammt von früher
Dass die Pappeln gefällt werden müssen, hat nur indirekt mit der Firma Huber und Suhner zu tun. Zwar stehen die Bäume auf dem Gelände des Pfäffiker Unternehmens, auf dem später Wohnungen gebaut werden sollen.
Doch die Verschmutzungen im Boden rund um die Bäume stammen nicht von der Pfäffiker Firma, wie Peter Heine erklärt. Der Altlastenspezialist hat für Huber und Suhner das Gelände untersucht. «Wir haben alten Kehricht gefunden, der seit etwa 80 Jahren im Boden ist.» Darunter waren Teile von Ziegelsteinen, Bauschutt, Keramikstücke, Gläser oder Emailtöpfe. «Vermutlich wurde das Gelände früher als Entsorgungsstelle des Quartiers benutzt», sagt Heine. Die Ablagerungen sind somit sogar älter als die Pappeln selber, die rund 60-jährig sind.
«Keine Schadstoffe»
Eine Gefahr für den Menschen hätten diese Abfälle jedoch nicht dargestellt, hält Peter Heine fest: «Wir haben auf dem betreffenden Areal keine Schadstoffe gefunden, die das Grundwasser beeinträchtigen.» Auch Schwermetalle hatte es keine im Boden. Dafür kam bei den Sanierungsarbeiten eine überdeckte alte Strasse wieder zum Vorschein.
Bis Mitte Oktober sollte das ganze Areal saniert sein. Wann die neuen Häuser gebaut werden sollen, steht noch nicht fest: Ein Baugesuch liegt noch nicht vor. Sicher ist jedenfalls, dass auch die neuen Bewohner vier Bäume vor ihrem Haus stehen haben werden. (regio.ch)
Erstellt: 25.07.2012, 18:24 Uhr
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