Muslime wollen ihr Image aufpolieren
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Der Maghreb brodelt, ebenso der Nahe und der Mittlere Osten. Manchmal, nicht immer, ist der Islam an den Unruhen in dieser Weltgegend schuld, zumindest aus westlicher Sicht. In diesem Zusammenhang konnte eine Veranstaltung der Ahmadiyya Muslim Gemeinde der Schweiz einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Am Donnerstagabend referierten im Effretiker Stadthaussaal Sadaqat Ahmed, der aus Pakistan stammende Imam der Mahmud Moschee an der Forchstrasse in Zürich, über Staat und Religion im Islam. Und Walid Tariq Tarnutzer, der Präsident der Ahmadiyya Muslim Gemeinde Schweiz, sprach als gebürtiger Schweizer in bestem Dialekt über Islam und Menschenrechte.
Fazit: Der Islam ist tolerant, sowohl dem Individuum wie dem Staat wie den Frauen wie dem Fremden gegenüber. Und all diejenigen, die jetzt im Namen des Islam Krieg führten, Frauen unterdrückten, Andersgläubige verfolgten oder sonst wie dem Westen Angst einflössten, würden nicht nach den Geboten des Koran handeln. Die beiden Referenten präsentierten den Islam als das pure Gegenteil dessen, was die Öffentlichkeit über die Medien aus aller Welt derzeit mitbekommt. Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde ist eine Reformgemeinde. Sie gehört der Glaubensrichtung der Sunna an und wurde 1889 in Pakistan gegründet.
Plädoyer für toleranten Islam
Ihre beiden Vertreter unterstrichen den Unterschied zwischen dem Islam, einer der fünf Weltreligionen, und Islamismus, einer politischen Strategie. Sadaqat betonte nicht nur die Pflichten, die das Individuum gegenüber dem Staat hat, sondern vor allem die Anforderung, dass der Staat für die Sicherheit und die Bildung seiner Einwohner genauso sorgen müsse wie für vollkommene Religionsfreiheit.
Tarnutzer lobte die Stadt Illnau-Effretikon für die Erlaubnis, die Veranstaltung im Stadthaussaal durchzuführen. Das sei nicht selbstverständlich. Die rund 25 Personen, die gekommen waren, interessierten sich hauptsächlich für Fragen der Religion. Rudolf Lang von der reformierten Kirche Lindau gab bekannt, dass man in Lindau einen Runden Tisch der Religionen gründen wolle, um die eigene und andere Religionen besser kennenzulernen. Jemand fragte, ob der Anlass für den Abend gewesen sei, die guten Muslime habe zeigen wollen. «Das haben wir heute versucht», gab Tarnutzer zu. Mit Veranstaltungen wie dieser wolle in die positive Offensive gehen.
Erstellt: 05.03.2011, 09:00 Uhr



