Blumenverkaufsstand wird zum Politikum
Von Till Hiemer. Aktualisiert am 02.02.2012 8 Kommentare
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Plötzlich fällt es einem am Abend auf dem Heimweg siedendheiss wieder ein: «Mist, eigentlich wollte ich meiner Liebsten ja heute Blumen mit nach Hause bringen?...» Illnauer haben es in dieser Hinsicht gut – vor allem wenn sie von Winterthur herkommend auf der Kempttalstrasse ins Dorf einfahren. Linkerhand steht nämlich – fast – tagein, tagaus ein bedienter Stand mit Schnittblumen. Also kurzerhand den Blinker gesetzt, auf die Bremse gestanden, das Steuerrad herumgerissen, die Gegenfahrbahn überquert und am Strassenrand parkiert. Nur zwei Minuten später gehts zufrieden weiter heimwärts, das Mitbringsel auf dem Beifahrersitz liegend.
Unbefriedigende Antworten
Mit genau diesem Szenario hat SVP-Gemeinderätin Gabriela Münger aber so ihre liebe Mühe. «Den Blumenstand sieht man oft erst im letzten Moment, weshalb die Kunden auf der Tempo-80-Strecke urplötzlich abbremsen.» Das Parkieren selbst auf dem kleinen Platz sei ebenfalls kaum ohne gefährliche Manöver möglich. Darum hat sie auch eine Interpellation eingereicht, die heute im Stadtparlament behandelt wird (siehe auch Bericht rechts).
Zuvor habe sie sich schon mehrfach an die Stadtverwaltung gewandt, aber nie eine wirklich befriedigende Antwort erhalten. «Das Argument, dass der Stand auf Privatland steht und deshalb keinerlei Bewilligung nötig sei, kann ich kaum glauben», so Münger. Als ehemalige Präsidentin des lokalen Gewerbevereins und Betreiberin eines eigenen Partyservices kenne sie sich in solchen Fragen aus.
Abgesehen vom Sicherheitsaspekt hat Münger aber auch Fragen grundsätzlicher Natur zu dieser Art des Geschäftens. «Mich interessieren vor allem die Rahmenbedingungen, sprich allfällige Auflagen, die für einen solchen – notabene bedienten – Stand gelten. Sie nennt etwa Stichworte wie Parkplatzregime, Grösse und Öffnungszeiten des Stands sowie Art des Gewerbes. Merkwürdig kommt ihr auch vor, dass der Betreiber das Wasser für seine Blumen per Schlauch vom nahe gelegenen Bach abzapfe. «Das dürfen nicht einmal die Bauern», meint sie.
In Leserbriefen angegriffen
In Leserbriefen wird ihr vorgehalten, dass sie bei ihrem Vorstoss lediglich auf den Mann spiele. Münger kontert: «Mir geht es nur um die Sache. Dass mir dabei sogar Rassismus unterstellt wird, ist inakzeptabel – ich habe selbst schon zweimal dort Blumen gekauft.» (regio.ch)
Erstellt: 01.02.2012, 18:01 Uhr
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8 Kommentare
Ich schäme mich für uns Bünzlischweizer,wenn ich soche Kommentare lese. Etwas mehr Toleranz währe hier
sicher angebracht. Dass dieser Stand nicht schweizerischem Recht entspricht,sieht ja wirklich jeder, doch
der freudliche Einsatz der beiden Verkäufer in jedem Wetter und an einem absoluten unwirtlichen Ort, für eine Dienstleistung die zum Freude schenken ist sollte wohlwollend tolleriert werden
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