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Heinrich Vettiger: Der Selfmademan

Von Isabel Heusser. Aktualisiert am 21.02.2014 8 Kommentare

In Wetzikon kämpfen vier Politiker um das Amt des neuen Stadtpräsidenten. Alle vier präsentieren sich in einem Portrait. Den Anfang macht SVP-Mann Heinrich Vettiger.

Heinrich Vettiger tritt als Polit-Neuling gleich in den Wahlkampf um das Stadtpräsidium ein. (Bild: Nicolas Zonvi)

Heinrich Vettiger tritt als Polit-Neuling gleich in den Wahlkampf um das Stadtpräsidium ein. (Bild: Nicolas Zonvi)

Die Ausrichtung von Heinrich Vettiger nach Smartspider. (Grafik: Smartvote)

Möchten Sie mehr über Heinrich Vettiger erfahren? Dann besuchen Sie das ZO Wahlpodium am 5. März 2014 um 20 Uhr im Pfarreizentrum «Heilig Kreuz» in Wetzikon. Wir stellen den Kandidaten auch Ihre Frage: Senden Sie uns diese an stapi@zol.ch.

5 Fragen - 5 Antworten an Heinrich Vettiger

Sind Sie für den Bau der Oberlandautobahn?
Heinrich Vettiger: Ja! Damit würde ein Grossteil der Verkehrsengpässe in Wetzikon gelöst werden.

Sind Sie für die Erhöhung von Steuern?
Wenn immer möglich bin ich gegen Steuererhöhungen.

Sind Sie für die flächendeckende Bewirtschaftung der Parkplätze?
Nein.

Wo sollte man sparen?
Das Angebot der Stadt ist zu überprüfen. Wo erforderlich sind Anpassungen zu machen.

Muss das Wachstum Wetzikons begrenzt werden?
Wetzikon soll mit Schwerpunkt auf Qualität weiterwachsen dürfen.

Interview: Isabel Heusser

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Heinrich Vettigers Einstieg in die Politik hätte besser laufen können. Seine SVP-Nomination fürs Wetziker Stadtpräsidium führte dazu, dass Gemeindepräsident Urs Fischer (FDP) nicht mehr zur Wahl antrat. Die FDP die im Hinblick auf die Wahlen mit der SVP zusammenarbeiten wollte, empfand Vettigers Kandidatur als Affront. Dann entdeckte ein ZO Online-Leser einen fast zehn Jahre alten Artikel des «Beobachters», in dem das Magazin das ehemalige Taxi-Unternehmen von Vettigers Bruder in die Mangel nimmt. Heinrich Vettiger soll an der Firma beteiligt gewesen sein. Auf ZO-Online wurde er deswegen scharf kritisiert.

Heute sagt er: «Ich habe dazu nichts mehr zu sagen. Das Thema ist für mich abgeschlossen.» Über die negativen Kommentare habe er sich nicht geärgert. «Aber darüber, dass mich niemand gefragt hat, was wirklich passiert ist.» Einen der Leser hat er angerufen und seine Sicht der Dinge geschildert. Packt Vettiger etwas an, muss es vorwärts gehen. Auch in der Politik.

Er sitzt am langen Holztisch in der offenen Küche seines Einfamilienhauses, das er vor 17 Jahren mit seiner Frau gebaut hat. Der Blick vom grosszügigen Raum geht in den Garten. In der Küche trifft sich die Familie zum Essen, diskutieren, austauschen. «Unser Haus ist uns sehr wichtig», sagt Vettiger. Jahrelang seien er und seine Frau nicht in die Ferien gefahren. «Wir haben unser Geld lieber in unser Heim investiert.» Eine der vier Katzen springt auf seinen Schoss. Sie sind die heimlichen Herren im Haus: Wollen sie ins Freie, müssen sie nicht lange vor der Türe zum Garten stehen. Sitzen sie draussen vor der Tür, kann ihrem flehenden Blick niemand aus der Familie lange widerstehen.

Der dreifache Familienvater ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Die Mutter führte ein Taxiunternehmen, der Vater eine Garage. Vettiger absolviert eine Lehre als Automechaniker und arbeitet danach ein Jahr in Südafrika für eine Firma, die Weizenmühlen herstellt. Im Land herrschte die Apartheid. Die Trennung von Schwarz und Weiss sei für ihn nur schwer erträglich gewesen. «Deswegen bin ich zurückgekehrt. Ich konnte diesen Zustand nicht akzeptieren.»

In der Schweiz arbeitet er ein Jahr als Automechaniker, holt die Matura nach und studiert Maschinenbau an der ETH. Dann geht es schnell voran mit seiner Karriere. Erst arbeitet er einige Jahre als IT-Spezialist für die IBM, wechselte dann innerhalb des Unternehmens ins Competitive Marketing, und später in den Finanzsektor. Mit gut vierzig Jahren schliesst er ein MBA in Finance an Universität in den USA ab. Bis letztes Jahr ist er als Informatikleiter für die Arab Bank Switzerland tätig, dann lässt er sich frühpensionieren und beschliesst, aktiv in die Politik einzusteigen. Im Mai des letzten Jahres tritt er der Wetziker SVP bei. Diese nominiert ihn im Juli für das Primarschulpräsidium.

Als bekannt wird, dass zwei nichtbürgerliche Kandidaten gegen Urs Fischer antreten, die SVP aber einen bürgerlichen Stadtpräsidenten sicherstellen will, nominiert sie Vettiger für dieses Amt. Er versteht die Aufregung darüber, dass er als Unerfahrener das höchste politische Amt Wetzikons anstrebt, nicht ganz. «Es erfordert Führungserfahrung und gesunden Menschenverstand. Ich denke, die Unterschiede zwischen dem Führen einer Stadt und eines Unternehmens sind kleiner, als sie von den politischen Parteien gern ins Feld geführt werden». Unternehmerisches Denken will er einbringen. Aufzeigen, in welchen Bereichen Sparpotenzial vorhanden ist. «Um Steuererhöhungen zu vermeiden, soll der Stadtrat ab 2016 ein ausgeglichenes Budget präsentieren.»

Fürs Foto wählt er das Lesezimmer mit den roten Wänden aus. Auf dem Treppenaufgang zum ersten Stock liegt die «Weltwoche». Ein intellektueller Büezer. Das typische Bild eines SVP-Stammtisch-Polterers erfüllt er nicht. Er strahlt Selbstbewusstsein aus. Auf seiner Facebook-Seite hat er ein Foto aufgeschaltet, das ihn braungebrannt, mit Sonnenbrille und geballter Faust im Schnee zeigt. Ein Siegertyp. Selbstbewusstsein attestiert ihm auch Stefan Lenz, Präsident der Wetziker FDP. «Man spürt sein Engagement und seinen Willen, sich einzusetzen.» Persönlich habe er kein Problem mit ihm: «Wir haben auch schon Kaffee zusammen getrunken. «Er hat gute Ideen. Ob er sie als unerfahrener Stadtpräsident umsetzen kann, ist eine andere Sache. Ich bin sehr skeptisch, ob er die Signalfigur sein kann, die sich die SVP wünscht.»

SP-Präsident Pascal Bassu wird noch schärfer: «Vettiger hat nicht das Format für einen Stadtpräsidenten. Ich finde es vermessen, für so ein Amt anzutreten, wenn es eigentlich um einen Machtkampf geht.»

Vettiger kennt die Einwände seiner politischen Gegner. «Ich rechne mir gute Chancen aus, sonst würde ich nicht antreten. Aber wenn mich die Wetziker nicht wählen, kann ich mit einem solchen demokratischen Entscheid gut umgehen.» Er wüsste seine Zeit auch ohne Politik auszufüllen. In seiner Freizeit importiert er US-Oldtimer aus den 60er-Jahren. Und: «Ich habe nach meiner Frühpensionierung gemerkt, dass ich mich nicht ganz aus dem Arbeitsleben verabschieden will.» Im Januar nahm Vettiger ein zeitlich limitiertes Engagement an. Er ist zuständig für die Informatik einer Startup-Firma, die im Mai mit 200 Mitarbeitern weltweit ihren Betrieb aufnimmt. «Ich habe aber klargemacht, dass er im Falle einer Wahl zum Stadtpräsidenten diese Aufgabe abgebe». (ZO/AvU)

Erstellt: 21.02.2014, 16:55 Uhr

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8 Kommentare

Peter-Jürg Saluz

22.02.2014, 11:03 Uhr
Melden 34 Empfehlung 13

Wenn Pascal Bassu in diesem Artikel richtig zitiert worden ist, hat er sich selber disqualifiziert. Ich werde ihn deshalb von meiner persönlichen Empfehlungsliste streichen. Offenbar habe ich SEIN FORMAT falsch eingeschätzt und ihn fälschlicherweise für stadtratstauglich gehalten. Antworten


Hanspeter Minudel

22.02.2014, 20:12 Uhr
Melden 27 Empfehlung 10

tia liebe wetziker, dass rennen geht los. entscheidend wird sein, wer wird unser, unser neuer und erster stapi?? am ersten vorstellungsabend hab ich mir mein bild gemacht von dem ich nicht abweichen werde. salopp gesagt für mich stimmt es nur bei einem, nämlich bei herr vettiger! brauchen wir nicht einen leuchtturm gespiesen mit solarpanelen, monorail vision wurde ja einstens nur belächelt als der vorschlag von herrn brandenberger selig dargelegt wurde!! und dies als vision zu bringen, find ich schlecht! dieser auftritt war sehr schlecht, eher für eine gesellschaft für leute unter 30 Jahren! einer der aussagen muss wie gut er in arosa war und in davos anschliessend im sektor der pensionäre, komisch, man beschaffe sich da mal hintergrundinformationen, dann merkt man schnell mit einem cüpli lässt sich das nicht wegspühlen!! Herr rüfenacht ist zu fest verwachsen mit dem filz der gemeinde wetzikon und beide genannten sind mir zu wenig wetziker! :-( herr homberger in ehren!! wirklich ein guter typ! ihm hätte ich mein ja gegeben!! doch nun kam der vierte, heinrich vettiger, leider ist auch herr homberger vorbelastet, doch er hat gezeigt, dass er eine linie hat. doch er verdient für mich seinen ruhestand war er doch schon mal gemeindepräsident, er soll es doch nun geniessen und beratend mitwirken! nun kommt noch eine randbemerkung, herr vettiger ist es übrigns zu verdanken, dass wetzikon endlich ein parlament haben wird! ohne ihn würden weiterhin die oberen 300 von wetzikon mobilisiert über unsere köpfe entscheiden! VETTIGER FOR PRESIDENT!! Antworten



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