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«Alzheimer kann bereichern»

Von Flurina Kuhn. Aktualisiert am 16.07.2012 1 Kommentar

Die Wetzikerin Denise Broer hat über die Krankheit ihres Vaters ein Buch geschrieben.

«Mr. A» heisst das Buch, das Denise Broer über das Leben mit ihrem Vater geschrieben hat. (Bild: David Kündig)

«Mr. A» heisst das Buch, das Denise Broer über das Leben mit ihrem Vater geschrieben hat. (Bild: David Kündig)

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Ein chaotisches Zimmer, in dem sich Bücher bis zur Decke stapeln und Notizzettel in der Luft herumschwirren – so stellt man sich das Zuhause einer Autorin vor. Auf Denise Broer trifft das allerdings nicht zu. Die Schriftstellerin lebt zusammen mit ihrer Partnerin in einem modernen, stilvoll eingerichteten Haus. An den Wänden hängen selbst gemachte Bilder und Fotografien – sie zeugen davon, dass Broers künstlerisches Talent nicht auf das Schreiben begrenzt ist.

Diesen Frühling hat die Wetzikerin ihr erstes Buch herausgegeben. In «Mr A» schreibt sie über die Alzheimererkrankung ihres Vaters und gibt darin sehr persönliche Dinge von sich und ihrer Familie preis. So zum Beispiel, dass ihre Mutter keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater wünschte, nachdem er krank geworden war.

Broer sagt, sie habe nicht ge­zögert, Privates in den Text einzubauen. Damit werde die Geschichte glaubwürdig. «Ich will den Menschen zeigen, dass der Umgang mit Alzheimer nicht nur bedrückend, sondern auch sehr bereichernd sein kann. Mein Vater und ich haben oft zusammen gelacht. Auch über seine Krankheit – den ungebetenen Gast ‹Mr A›, wie er sie nannte.»

Ihr Vater sei früher ein sehr zurückhaltender Mensch gewesen, erzählt Broer. Durch die Krankheit habe er seine Gefühle viel stärker zum Ausdruck gebracht. «So erfuhr ich viel über seine Wünsche und Bedürfnisse. Ohne die Krankheit wäre ich ihm nie so nahe gekommen», sagt sie. Ein Jahr bevor ihr Vater starb, hat sich Denise Broer entschlossen, ein Buch über ihn und seine Krankheit zu schreiben. Sie hat bei verschiedenen Verlagen angeklopft und wurde beim Zytglogge Verlag fündig. Die erste Auflage von «Mr A» beträgt 2200 Stück. Seit der Veröffentlichung vor viereinhalb Monaten wurden 500 Exemplare verkauft.

Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Dienstag, 17. Juli. (ZO/AvU)

Erstellt: 16.07.2012, 20:21 Uhr

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1 Kommentar

Walter Reinhart

17.07.2012, 04:00 Uhr
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Gratuliere! Allein der Versuch, die weitverbreitete "Dämonisierung" dieser an und für sich tragischen Krankheit etwas zu relativieren, ist schon eine Anerkennung wert. Bravo. Antworten



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