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Rüti soll weiterhin eine offene Jugendarbeit betreiben

Aktualisiert am 22.08.2012

Ob Rüti auch weiterhin eine offene Jugendarbeit betreibt oder nicht, darüber entscheidet das Rütner Stimmvolk am 23. September. Am 28. August informiert die Jugendkommission über die Vorlage.

Das Midnight-Projekt (im Bild jenes von Uster) hat sich auch in Rüti bewährt. (Archivbild: Nicolas Zonvi)

Das Midnight-Projekt (im Bild jenes von Uster) hat sich auch in Rüti bewährt. (Archivbild: Nicolas Zonvi)

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Die Stimmbürger von Rüti werden am 23. September über die Weiterführung der offenen Jugendarbeit entscheiden. Der Gemeinderat ist gemäss einer Mitteilung der Überzeugung, dass sie als Gemeindeaufgabe weiterzuführen sei und empfiehlt die Vorlage zur Annahme.

Damit sich die Stimmbürger zur Abstimmungsvorlage informieren können, organisiert die Jugendkommission eine Informationsveranstaltung am Dienstag, 28. August um 19.30 Uhr im neuen Gemeinschaftszentrum an der Werkstrasse 31.

Koordinierte Jugendpolitik

Um die offene Kinder- und Jugendarbeit zu professionalisieren hat der Gemeinderat vor sechs Jahren ein Jugendkonzept verabschiedet sowie einen Jugendbeauftragten angestellt. Als politisches Ziel des Jugendkonzepts wurde die Sozialisation genannt. Jugendpolitik soll sich nicht nur auf Problemjugendliche und auf Randgruppen beziehen, sondern die gesamte Jugend einbeziehen.

Die Gemeinde Rüti soll eine von professionellen Strukturen getragene, vernetzte, koordinierte Jugendpolitik und -arbeit betreiben. Die operative Kinder- und Jugendarbeit soll mit angemessenen Mitteln ausgestattet und im Dienstleistungsangebot von Rüti verankert werden.

Als Instrumente für die Umsetzung des Jugendkonzepts wurden die Jugendkommission, der Jugendbeauftragte, der Jugendtreff sowie der Runde Tisch «Jugend» genannt. Für die Entwicklung der Jugendarbeit sind die Jugendkommission sowie der Jugendbeauftragte verantwortlich.

Mit der Schaffung des Jugendtreffs «Time-Out» wurde die offene Kinder- und Jugendarbeit Ende der Neunzigerjahre aufgenommen. Die Führung des Jugendtreffs oblag bis Ende 2008 dem Trägerverein Jugendtreff Rüti. Die Projekte Midnight-Ball und Open Sunday wurden vom Trägerverein MB Schweiz (heute Idée Sport) durchgeführt. Die Vereine wurden von den beiden Kirchgemeinden, den Schulgemeinden sowie der Politischen Gemeinde mit namhaften Beiträgen unterstützt.

Da eine kontinuierliche und professionelle Jugendarbeit auf die Dauer nicht nachhaltig mit Freiwilligenarbeit gesichert werden konnte, musste eine neue Lösung gefunden werden. Der Gemeinderat Rüti entschied sich deshalb, gestützt auf das verabschiedete Jugendkonzept, dem Volk eine Abstimmungsvorlage zu unterbreiten. Diese bezweckte insbesondere die Übernahme der Aufgaben der Trägervereine durch die Politische Gemeinde.

An der Urnenabstimmung vom September 2008 entschied das Rütner Stimmvolk, dass der Jugendtreff sowie die Projekte Midnight-Ball und Open Sunday ab dem 1. Januar 2009 von der Gemeinde weitergeführt werden. Ausserdem wurde einem jährlich wiederkehrenden Betrag von 240‘000 Franken für die Jahre 2009 – 2012 zugestimmt.

Auf Grund der erfolgten Professionalisierung und der Erfahrungen der letzten Jahre gilt es nun, die offene Kinder- und Jugendarbeit als Gemeindeaufgabe zu definieren. Die Kosten sollen jährlich im Rahmen des Budgetprozesses erfasst und genehmigt werden.

187'000 Franken für den Unterhalt und Betrieb des Jugendtreffs

In der Vergangenheit haben die Schulen und Kirchen Beiträge an den Jugendtreff und vereinzelt an die Projekte geleistet. Im Sinne schlankerer Strukturen soll auf das Hin- und Herschieben von Beiträgen – vor allem zwischen Schulen und Politischer Gemeinde – verzichtet werden. Einerseits werden deshalb von den Schulen keine Beiträge mehr für die Jugendarbeit gefordert und andererseits kann sich die Politische Gemeinde im Bereich der Schulsozialarbeit von Beiträgen an die Schulen entlasten.

Die Kirchenpflegen haben sich mit Beiträgen von je 5000 Franken jährlich an den Kosten des Jugendtreffs beteiligt. Im Vordergrund steht jedoch die Mitarbeit der Vertreterinnen und Vertreter der Schul- und Kirchengemeinden in der Jugendkommission. Diese wird weiterhin als sinnvoll erachtet und gewünscht um eine ausgewogene Interessenwahrung in der Jugendarbeit zu gewährleisten.

Die jährlichen Kosten für die Jugendarbeitenden (125 Stellenprozente) und den Betrieb beziehungsweise den Unterhalt des Jugendtreffs Time-Out belaufen sich auf brutto 187‘000 Franken. Zusätzlich fallen Projektkosten unter anderem für Midnight-Ball und Open Sunday an. Dieser Betrag entspricht in etwa dem bisherigen Bruttoaufwand. Auf die Beiträge der Schulen von insgesamt 51‘000 Franken wird neu verzichtet.

Die Jugendförderungsbeiträge an die Vereine sollen – unabhängig von der offenen Kinder- und Jugendarbeit – durch die Gemeindeversammlung jeweils für vier Jahre bewilligt werden. An der Gemeindeversammlung vom Dezember 2012 werden die Stimmberechtigten eingeladen, über eine Erhöhung der Jugendförderungsbeiträge zu entscheiden.

Zusammenarbeit funktioniert bereits gut

Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist in Rüti sehr gut etabliert. Der Informationsfluss zwischen den Jugendarbeitenden, den Schulen und der Gemeinde funktioniere einwandfrei, heisst es in der Mitteilung der Gemeinde weiter. Der Jugendtreff ist für die Jugendlichen ein beliebter Treffpunkt. Die Jugendlichen können unter professioneller Aufsicht Kontakte knüpfen, an Projekten teilnehmen, sich mit Gleichaltrigen treffen und individuell die Beratungsmöglichkeiten der Jugendarbeitenden in Anspruch nehmen. (kes)

Erstellt: 22.08.2012, 17:13 Uhr

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