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Ueli Maurer: «Mit Nachgeben opfern wir unsere Souveränität»
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Rund 500 Besucher hatten sich am Dienstagabend im Alters- und Pflegheim in Hinwil zur Bundesfeier eingefunden. Die Festrede hielt Bundesrat Ueli Maurer, der sich «immer wieder freut, nach Hinwil zu kommen».
«Die Schweiz hat Geburtstag. An Geburtstagen darf man sich zuerst einmal freuen. Und wir in der Schweiz haben allen Grund dazu. Wir leben in einem schönen Land, wir leben in Freiheit, wir leben in Wohlstand.» Mit diesen Worte begann Maurer seine Rede.
Geburtstage seien auch immer ein Anlass, in die Zukunft, aber auch in die Vergangenheit zu blicken. Auf Gutes und Schönes, aber auch auf Fehlentscheide, Schwächen und Schicksalsschläge. Denn aus dem Blick zurück könne man viel für die Zukunft lernen.
Blick nach Beresina 1812
Maurer blickte denn in seiner Rede auch auf die Geschichte der Schweiz zurück – auf die verzweifelte Schlacht an der Beresina 1812, wo der Krieg zwischen Napoleon und den Russen seinen Höhepunkt fand. Als die geschlagene Armee schliesslich – völlig erschöpft, ohne Lebensmittel und Ausrüstung – auf dem Rückzug die Beresina erreichte, erhielten die Soldaten den Befehl, den Brückenkopf gegen die angreifenden Kosaken zu halten. Von den 1300 Schweizern überlebten 300 den Kampf.
«Militärisch ist das eine Heldentat», so Maurer. «Aber staatspolitisch ist das Schicksal unserer Beresina-Soldaten eine Tragödie.» Denn sie hätten sich nicht für ihre Heimat geopfert, sondern seien «in einem sinnlosen Krieg für eine sinnlose Sache gestorben».
Vor allem durch die Zugeständnisse an Paris habe die Schweiz ihre Freiheit und Unabhängigkeit geopfert, so Maurer. Nicht mehr die Schweizer selbst, sondern andere – die Franzosen – hätten über die Schweiz bestimmt.
Lehren ziehen aus der Vergangenheit
Das unerfreuliche Kapitel der Schweizer Geschichte sei dennoch ein lehrreiches, erklärte Maurer. Wenn sich die Geschichte auch nicht wiederhole, so laufe sie doch immer wieder nach denselben Mustern ab. Und deshalb könnten wir zeitlose Grundsätze daraus ableiten: Es sei gefährlich für ein Land, wenn die Politik die Sorgen, Ängste und Anliegen der Bevölkerung ignoriere. Es sei Vorsicht geboten, wenn Euphoriker eine neue Zeit ausrufen und das Bewährte hinter sich lassen wollen für grosse Visionen. Und in der internationalen Politik würden schnelle Zugeständnisse um des Friedens willen nur neue, noch weitergehende Forderungen nach sich ziehen.
Mit mahnenden Worten schloss Maurer seine Rede: «Der 1. August ist ein Freudentag. Und wir Schweizerinnen und Schweizer haben allen Grund zur Freude. Aber damit das auch in Zukunft so bleibt, dürfen wir die Lehren aus der Geschichte nicht vergessen.» Er wünsche sich Bürger, die für Freiheit und Unabhängigkeit einstehen. Denn nur so habe die Schweiz eine Zukunft.
Am Mittwochmorgen nahm Maurer an einem Buurezmorge auf einem Hof in Uetikon am See, bevor er in den Ustermer Stadtpark reiste. Dort empfingen über 800 leute den Bundesrat zu einer friedlichen Bundesfeier. Der gut gelaunte Magistrat konnte seines Amtes als Verteidigungsminister walten. Er gab der in historischen Kostümen aufmarschierten Compagnie 1861 das Feuer für ein Salutschiessen frei und meinte nach dem Knall lachend: «Danke, Ihr seid nach wie vor kriegstauglich.» Vor Maurer appellierte der Ustermer Parlamentspräsident Walter Strucken (SP) an die Anwesenden, Rücksicht gegenüber Schwächeren zu nehmen, sich fürs Gemeinwesen zu engagieren und einzumischen.
Lange konnte sich Maurer in Uster nicht aufhalten, denn er musste weiter nach Siblingen (SH) und Linden (BE). Seine letzte Station führt den Zürcher Oberländer nach Münsingen (BE). Mit seinen sieben Auftritten ist Maurer auch dieses Jahr der fleissigste Redner unter den Bundesräten (wir berichteten).
Eine Liste der offiziellen Bundesfeiern in der Region finden Sie hier. Mehr zu den Anlässen finden Sie im Dossier und im ZO/AvU vom Donnerstag, 2. August. (ZO/AvU)
Erstellt: 31.07.2012, 19:06 Uhr
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Die Region und ihre Menschen im Sucher der ZO-Fotografen.
Bilder der jüngsten Zürcher Oberländer


