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Meersäuli zum Ausleihen

Von Camilla Alabor. Aktualisiert am 16.11.2011

In Hadlikon verleiht Priska Küng Meersäuli. Das Angebot soll dafür sorgen, dass ein Meerschweinchen nicht allein leben muss, wenn das zweite Tier stirbt.

Für einsame Meerschweinchen gibt es jetzt «Miet-Gschpändli». (Archivbild: ZO/AvU)

Für einsame Meerschweinchen gibt es jetzt «Miet-Gschpändli». (Archivbild: ZO/AvU)

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Es quiekt, wuselt und gurrt. Rund 80 Meerschweinchen beherbergt Priska Küng in und um ihr Haus in Hadlikon. Eigentlich wären es aber mehr; etwa 20 Tiere sind zurzeit ausser Haus. Denn Primarlehrerin Priska Küng bietet einen ungewöhn­lichen Service: ihre Meerschweinchen kann man ausleihen.

Tiere nicht allein halten

Meersäuli sind Gruppentiere. Man darf sie nicht allein halten. Seit 2008 ist dies auch im Tierschutzgesetz festgehalten. Küngs Angebot ist seither noch gefragter; es existierte jedoch schon zuvor: «Bekannte, die Meerschweinchenpaare hielten, fragten mich nach dem Tod ihres einen Meerschweinchens immer wieder, ob ich ein Tier hätte, das dem ersten Gesellschaft leisten könnte», sagt die langjährige Züchterin und Präsidentin der IG Meerschweinchen Schweiz.

Nicht alle wollten aber ein neues Tier dazu kaufen. «So kam ich auf die Idee, meine Meerschweinchen an die Besitzer auszuleihen, bis deren erstes Tier ebenfalls stirbt.» Dann kehren die «Leihschweinchen» zurück zu Küng. Entweder bleiben sie bis zu ihrem Tod dort oder werden direkt an einen anderen Besitzer vergeben. «Ich leihe jedes Tier nur einmal aus», sagt Küng. Denn so eine Übersiedlung ist auch immer mit Stress verbunden. «Es bedeutet aber weniger Stress, ein junges Tier auszuleihen, als das ältere allein zu lassen oder ihm einen Umzug zuzumuten.» Für die Ausleihe verlangt Küng mittlerweile 50 bis 60 Franken. «Oft möchten die Besitzer das Mietschweinchen schliesslich behalten. Da ich sie am Anfang gratis auslieh, führte dies dazu, dass ich die Tiere in Wirklichkeit verschenkte.»

Ausleihe nicht rentabel

Wer das Tier zurückbringt, kriegt einen Teil des Verkaufspreises zurückerstattet. Rein wirtschaftlich gesehen lohnt sich das Geschäft nicht; dies ist aber auch nicht Küngs Absicht. «Die Meerschweinchenzucht ist ein reines Hobby. Und die Ausleihe gründete ich, damit die vielen einzelnen Meerschweinchen nicht allein leben müssen», sagt die Züchterin. Wie aber stellt sie sicher, dass die Leihmeerschweinchen artgerecht gehalten werden? «Ich führe keine Kontrollen durch», hält Küng fest. «Wer aber zu mir kommt, besitzt ja meist bereits ein gewisses Bewusstsein für eine artgerechte Haltung. Ausserdem frage ich auch nach der Käfiggrösse und stelle klar, dass Meerschweinchen keine Kuscheltiere sind.»

Kein Konkurrenzdenken

Auf ihrer Seite www.leihmeerschweinchen.ch hat die Hadlikerin eine Liste von Züchtern erstellt, die einen Leihservice anbieten. Konkurrenzdenken gibt es dabei nicht, im Gegenteil: «Ich bin froh, wenn auch andere Züchter Meerschweinchen ausleihen», betont Priska Küng. Denn die Unvorhersehbarkeit der Ausleihdauer sei manchmal ein Problem: Wenn plötzlich auf einen Schlag zehn Meerschweinchen zum Züchter zurückkommen würden, gebe es ein Platzproblem. (regio.ch)

Erstellt: 16.11.2011, 19:42 Uhr

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