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Kläranlage-Sanierung in Verzug

Von Walter Sturzenegger. Aktualisiert am 17.08.2012

Der Ausbau der Kläranlage Hinwil dauert fast zwei Jahre länger als geplant. Die neue Biofiltration sorgt für unerwartete Probleme. Jetzt stimmt wenigstens die zum Schutz des Greifensees verlangte Reinigungsleistung.

Der Ausbau der Abwasserreinigungsanlage Hinwil verspätet sich. (Archivbild: ZO/AvU)

Der Ausbau der Abwasserreinigungsanlage Hinwil verspätet sich. (Archivbild: ZO/AvU)

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Ende 2011 hätte die 17 Millionen Franken teure Sanierung und Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage Hinwil abgeschlossen werden sollen. Doch die Bauarbeiten in Bossikon sind noch immer voll im Gang. «Sie sollten im Sommer oder Herbst 2013 beendet werden», sagt Ernst Elmer, Werk- und Tiefbauvorstand im Hinwiler Gemeinderat. Grund für die Verzögerung sind laut Elmer «Probleme mit der neuen Bio-Filtrationsanlage».

Die Bio- und Raumfiltration ist das Kernstück der Sanierung und Erweiterung. Sie wurde in einem neuen 60 Meter langen, 13 Meter breiten und 8 Meter hohen Gebäude untergebracht. Ihr Zweck: Das Abwasser ganzjährig von den darin enthaltenen, für Fische giftigen Stickstoffverbindungen wie Ammonium und Ammoniak zu befreien. Dazu werden diese Stoffe in das weniger bedenklich Nitrat umgewandelt.

Zudem soll die Biofiltration den Phosphorgehalt auf weniger als 0,1 Milligramm pro Liter reduzieren. Dieser Grenzwert gilt neu für alle Kläranlagen im Einzugsgebiet des stark belasteten Greifensees und darf während einer 24 Stunden dauernden Messperiode nie überschritten werden.

Unerwartete Filterprobleme

Als die Verantwortlichen im vergangenen Jahr die neue Bio-Filtrationsanlage in Betrieb setzten, tauchten grosse Probleme auf. «Das Filtermaterial lieferte nicht die gewünschte Reinigungsleistung», erklärt Elmer. Zudem sei viel des kügelchenförmigen Materials fortgeschwemmt worden.

Die mit der Installation des komplexen Klärverfahrens beauftragte Firma Wabag Wassertechnik aus Winterthur musste die Anlage wieder runterfahren und das Filtermaterial auswechseln. «Das führte zu einer Verzögerung von mindestens einem Jahr», sagt Elmer. Denn mit dem Umbau der bestehenden biologischen Reinigungsstufe konnte erst begonnen werden, als die neue Bio-Filtrationsanlage funktionierte.

Die Schwierigkeiten traten unerwartet auf. Die weltweit auf dem Gebiet der Trink- und Abwasseraufbereitung tätige Firma Wabag hat bereits zahlreiche Kläranlagen mit ihrem System ausgerüstet – unter anderem die Abwasserreinigungsanlage Limmattal. Da gab es laut Elmer «viel weniger Probleme». Das System gelte an sich als bewährt. In der Weisung zur Abstimmungsvorlage 2008 lobte der Gemeinderat sein Ausbauprojekt denn auch für die «moderne, erprobte und zuverlässige Verfahrens- und Bautechnik».

Keine grossen Mehrkosten

Inzwischen konnte die Bio- und Raumfiltrationsanlage wieder hochgefahren werden. Die Anlage laufe und liefere die vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft verlangten strengen Ablaufwerte, sagt Elmer. Zufrieden kann er aber noch nicht sein. «Wir verbrauchen zu viel Chemikalien und der Personaleinsatz ist zu gross.» Trotzdem ist er zuversichtlich, «dass wir die Sache in den Griff bekommen».

Finanziell sollten sich die Schwierigkeiten nicht negativ auswirken. Der Kredit werde knapp eingehalten, ist sich Elmer sicher. Wenn es zu einer Überschreitung kommen sollte, geschehe dies innerhalb der aufgelaufenen Teuerung.

Für die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage hatten die Hinwiler Stimmberechtigten am 28. September 2008 an der Urne mit 89 Prozent Ja-Stimmen 16,8 Millionen Franken bewilligt. Mit den Bauarbeiten wurde im Mai 2009 begonnen. (Tagblatt)

Erstellt: 17.08.2012, 22:11 Uhr

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