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Fahrende haben sich in Bossikon niedergelassen

Von Walter Sturzenegger. Aktualisiert am 09.08.2012 8 Kommentare

In Bossikon lagern seit Wochen Schweizer Jenische auf einer Wiese – im Einvernehmen mit dem Landbesitzer. Von den Roma, die im Wallis für viel Wirbel sorgten, distanzieren sie sich.

Bei uns herrscht Ordnung: Die Schweizer Jenischen in Bossikon wollen nicht mit jenen aus Frankreich verglichen werden, die im Wallis für Aufruhr gesorgt haben. (Bild: Nicolas Zonvi)

Bei uns herrscht Ordnung: Die Schweizer Jenischen in Bossikon wollen nicht mit jenen aus Frankreich verglichen werden, die im Wallis für Aufruhr gesorgt haben. (Bild: Nicolas Zonvi)

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Fahrende in der Region – da läuten die Alarmglocken. Seit fünf Wochen hat eine Gruppe von bis zu 18 Familien ihr Lager auf einer Wiese des Bossiker Landwirts Hansueli Zimmermann aufgeschlagen. Am Montag fuhr eine Patrouille der Kantonspolizei vor. Die Beamten zogen bald wieder ab. Sie hatten nichts Unrechtmässiges festgestellt. Doch ihr Erscheinen hat für Unruhe unter den Fahrenden gesorgt. Tage danach ist es noch ein Thema. «Sie fragten uns, ob wir Deutsch verstehen», erzählt Roman Waser, offensichtlich der Chef auf dem Platz. «Dabei erkennt doch jeder an unseren Autokennzeichen, dass wir Schweizer sind.»

Das Thema ist sensibel. Eine illegale Hochzeit mit 800 Teilnehmern in der Walliser Gemeinde Collombey-Muraz hat ein negatives Schlaglicht auf Fahrende geworfen. Die vorwiegend aus Frankreich stammenden Roma besetzten ohne Erlaubnis eine Wiese und hinterliessen eine riesige Sauerei. Die Gemeinde musste das Gelände von Abfallbergen und Exkrementen säubern und das Wasser vorsorglich mit Chlor behandeln. Schliesslich kündigten die Gemeindebehörden an, die Fahrenden zu verklagen.

Reisende Eidgenossen

«Wir werden häufig auf die Vorfälle im Wallis angesprochen», sagt Waser in breitem Bündnerdialekt und betont: «Diese Roma aus Frankreich haben nichts mit uns Jenischen zu tun. Ich bin Eidgenosse, zahle Steuern in meinem Heimatort Morissen.» Das 41-jährige Familienoberhaupt – «ich werde bald zum vierten Mal Grossvater» – zeigt auf den Lagerplatz. «Wir sind keine Wilden. Bei uns herrscht Ordnung.»

Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Freitag, 10. August. (ZO/AvU)

Erstellt: 09.08.2012, 19:15 Uhr

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8 Kommentare

Eva Lieberherr

10.08.2012, 00:25 Uhr
Melden 11 Empfehlung 0

Schweizer Fahrende sind nicht zu vergleichen mit den aus dem Osten kommenden Romagruppen, die sich auf Betteln und Ärgeres spezialisiert haben. Da liegen Welten dazwischen. Auch hier gilt: einige wenige treibens derart übel, dass wir inzwischen fast allen misstrauen. Antworten


Fredy Boos

10.08.2012, 06:21 Uhr
Melden 5 Empfehlung 0

Wird da wieder eine Hetzkampagne gegen die seit Jahrhunderten in der Schweiz lebenden Bündner Fahrende gestartet. Einfach beschämend gegenüber dieser Volksgruppe der "Kesselflicker und Scherenschleifer". Antworten



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