Kai Mahler bleibt cool
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Im Sportpanorama vom letzten Sonntag fragte SF-Moderator Jann Billeter das Publikum: Wer kennt Kai Mahler? Nur einer hob die Hand. Noch immer ist der Fischenthaler kein Star, noch immer bewegt er sich in der Szene und noch immer wird er am Skilift in seiner Heimat nicht erkannt. Es ist aber so gut wie sicher, dass es bei Kai Mahler nicht bei den bekannten «15 minutes of fame» bleibt.
Wenn er so weitermacht. «Er ist nicht einer, der schnell abhebt», sagt Mutter Susanne Mahler, als sie ihm beim Fotoshooting vor dem Skilift in Fischenthal zusieht. Sie bemerkt die Doppeldeutigkeit ihres Satzes und muss lachen. Tatsächlich verliert der 16-Jährige den Bodenkontakt ziemlich häufig. «Normal Pisten gefahren bin ich eigentlich nie», sagt er. Mahler ist innert einem Jahr zu einem der besten Freeskier der Welt aufgestiegen. Er dreht und spiralt sich durch die Lüfte. Der mit den schönsten und anspruchsvollsten Sprüngen gewinnt. Oft ist das Mahler.
Seit einem Jahr ist Kai Mahler Teil des erst kurz zuvor gegründeten Free-ski-Nationalkaders. Dort hat er ein professionelles Umfeld. Wenn er wie am letzten Wochenende Zuhause ist, wäscht die Mutter aber nach wie vor im Akkord, bringt die Skis in den Service. Kai Mahler erholt sich oben in seinem Kinderzimmer, er macht nicht viel, schaut Filme und spielt Videogames. «Er muss sich erholen», sagt Susanne Mahler.
Lange ist es noch nicht her, und trotzdem hat Kai Mahler heute fast keinen Kontakt mehr zu den Schulkollegen von damals. Sein Umfeld ist die Szene, seine Freunde sind seine Konkurrenten. In seiner zweiten Heimat in Engelberg, wo Mahler die Sportschule besucht, ist er im Winter selten. Seit letztem Sommer ist er fast ständig unterwegs: Neuseeland, Budapest, London, Stockholm, dann in die USA. Für die Olympischen Jugendspiele in Österreich kam er zurück nach Europa. An einem Sonntag machte er in Fischenthal Station, tags darauf flog er wieder ab in Richtung Amerika, zum prestigeträchtigsten Event für Freeskier überhaupt, den X-Games. Er gewann die Silbermedaille.
Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Dienstag, 21. Februar. (ZO/AvU)
Erstellt: 20.02.2012, 20:39 Uhr
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