Arbeitskleider statt BHs
Artikel zum Thema
- Simon Schoch Zweiter im Parallelslalom
- 250'000 haben die Fischenthaler Bibel-App
- Schulhaus Ried kann erweitert werden
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Vreni Tautscher kam vor zehn Jahren zufällig zu den Dessous. «Eine Kollegin hat mir damals einen Restposten überlassen», erzählt die gelernte Damenschneiderin. Was sie übernahm, war im Vergleich zum heutigen Bestand ein Klacks. Gerade mal einen knappen Laufmeter machten die BHs und Slips an der Stange aus. Heute steht das Sechsfache davon zum Ausverkauf. Die Artikel von Triumph und Schiesser sind für den halben Preis zu haben.
Wochenlang keine Kundin
Das Lädeli liegt nicht gerade an einer gut frequentierten Lage: vis-à-vis dem Restaurant Ohrüti in der gleichnamigen Aussenwacht, die 1,5 Kilometer vom Steger Dorfzentrum entfernt ist. Inzwischen existiert es seit 35 Jahren. Initiiert hat es Tautschers Vater. Er handelte mit Leitern und ergänzte dann sein Sortiment mit Helly-Hansen-Artikeln.
Eigentlich sind es mehrheitlich Männer, die sich hier mit Arbeitskleidern eindecken. Dass seit 2001 auch Lingerieartikel zum Sortiment gehörten, habe sich zwar herumgesprochen – aber nicht ausreichend, sagt Tautscher. «Manchmal habe ich während Wochen keinen einzigen BH verkauft.» Deshalb hat sie im vergangenen Herbst nach langem Hin und Her entschieden, mit den Dessous aufzuhören.
Mit Filmfigur identifiziert
Tautscher hat lange vor Stephanie Glaser mit dem Lingerieverkauf begonnen. Die Schauspielerin spielte 2006 im Film «Die Herbstzeitlosen» eine Witwe, die auf dem Land einen Lingerieladen aufmacht. Die Stegerin konnte sich gut mit der Filmfigur identifizieren. «Auch bei mir machte das Gerücht im Dorf die Runde, ich würde neu Reizwäsche verkaufen.» Unbeeindruckt davon war es ihr ein Anliegen, ihren Kundinnen buntere Unterwäsche näherzubringen. Tatsächlich finden sich unter dem Dessousbestand von Tautscher fast keine klassisch-weissen Artikel. Selbst bei den Männern hat eine Farbe Einzug gehalten. «Männer mögen rote Unterhosen», sagt die Stegerin. Die gleiche Farbe würden sie auch in der Dessousabteilung anpeilen, wenn sie zusammen mit ihren Frauen im Ohrüti-?Lädeli einkauften.
Alles unter einem Dach
Tautscher führt ihr Lädeli mit viel persönlichem Einsatz. Über Facebook oder E-Mail informiert sie ihre Stammkundschaft regelmässig über neue Angebote. An den Werktagen nimmt sie sich ab 17 Uhr während eineinhalb Stunden Zeit für ihre Kunden, montags und samstags zusätzlich von 10 bis 14 Uhr. «Meine Familie weiss, dass dann der Laden für mich Priorität hat», sagt die 42-Jährige und lacht. Im Notfall ist sie für ihre beiden Kinder und den Mann in Reichweite: Die Familie wohnt im gleichen Haus.
Für 2012 hat sich die Stegerin viel vorgenommen. Sie will dem Lädeli ein neues Gesicht geben. «Ich plane, aus den zwei Verkaufsräumen einen zu machen.» (regio.ch)
Erstellt: 11.01.2012, 20:19 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:

Bitte warten


Angemeldet mit Facebook