Gerhard Fischer: Ethik prägt seine Politik

Von Edaurd Gautschi. Aktualisiert am 08.08.2011

Der EVP-Politiker Gerhard Fischer kandidiert für den Nationalrat. Der Bäretswiler im aktuellen Wahlportrait.

Gerhard Fischer (EVP), Landwirt aus Bäretswil und seit über dreissig Jahren in der Politik tätig, will am 23. Oktober in den Nationalrat gewählt werden. (Bild: zvg)

Gerhard Fischer (EVP), Landwirt aus Bäretswil und seit über dreissig Jahren in der Politik tätig, will am 23. Oktober in den Nationalrat gewählt werden. (Bild: zvg)

Doppelpass mit Gerhard Fischer

Das letzte Mal so richtig gefreut habe ich mich über...
... den intensiven und schönen Gesang der Vögel gestern Abend.

Mein bester Freund bezeichnet mich als...
... herzlich, umgänglich und motivierend.

Mein politischer Lieblingsgegner sind...
... all diejenigen, bei denen man nie recht weiss, woran man ist.

Die Meinung meiner Partei ist für mich...
... zutreffend. Wir haben in der EVP ja ein grosses Meinungsspektrum. Das ist so anregend wie motivierend.

Wenn ich König der Schweiz wäre, würde ich...
... mich dafür einsetzen, das wir unseren Kinder eine lebenswerte Schweiz hinterlassen

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass...
... wir die Energiewende schaffen und die AKWs stillegen, die Familien gestärkt werden und alles tun, damit wir in einer gesunde Umwelt leben können.

Interview: Eduard Gautschi

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Wo das Foto gemacht werden soll ist keine Frage: «Draussen. Entweder im Obstgarten oder im Garten vor dem Haus», sagt Gerhard Fischer. Wir gehen zuerst in den Obstgarten. Etwa 60 Obstbäume stehen dort. Die meisten hat er selber gepflanzt, einige hat noch sein Vater gesetzt. Zwischen den Bäumen hat er breite Streifen Gras stehen lassen. Sie sind voller Blumen. Zeugen einer extensiven Bewirtschaftung.

«Ich bin gerne hier. Manchmal setze ich mich auch ins Gras, um Akten zu studieren. Man entdeckt hier immer wieder Neues». Oft hält er das, was er entdeckt, mit der Kamera fest. Fotografieren ist eines der Hobbies die er pflegt. Vor 40 Jahren hat der heute 60-Jährige den Hof vom Vater übernommen. «So früh Übernehmen müssen», sagt Fischer. Sein Vater war gesundheitlich angeschlagen und brauchte Hilfe.

Politik begleitet ihn seit seiner Kindheit. «Beide Grossväter waren politisch interessierte Mwenschen. Der Grossvater mütterlicherseits hat die EVP in Bäretswil mit gegründet.». Dass er ebenfalls Mitglied der EVP werden würde, war eine Selbstverständlichkeit. «Die Partei verkörpert meine politischen Ansichten und vertritt ein ziemlich breites Spektrum an Meinungen.»

Schon mit 23 übernahm er sein erstes Amt: Er wurde Mitglied der Gesundheitsbehörde. Von 1986 bis 1998 sass er im Gemeinderat. Acht Jahre lang war er Fürsorgepräsident. Dieses Amt hat ihn geprägt und ihn in seiner auf christlichen Grundwerten basierenden Haltung bestätigt.

Fischer ist ein sozial denkender und handelnder Mensch. Bei ihm ist Nächstenliebe kein Schlagwort, sondern eine Maxime. Eine Maxime, die bei ihm eng verknüpft ist mit seinem ökologischen Bewusstsein. Dass er sich für eine gesunde Umwelt einsetzt, sich für die Erhaltung unserer Landschaft und die Biodiversität stark macht, ist für ihn so logisch, wie sein Engagement für die Spitex, ein Altersheim oder – aus ökologischen Gründen – für den öffentlichen Verkehr.

Im Kantonsrat hat er vor allem Vorstösse zu den Themen Landwirtschaft, öffentlicher Verkehr, gerechtere Besteuerung der Familien und Problemen in den Schulen eingereicht. Er hat aber auch in einem Postulat ein Verbot des Sterbetourismus aus dem Ausland angeregt. Er hat die Verlängerung der Standesinitiative für eine Verlängerung des bestehenden Moratoriums über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ebenso unterstützt wie die Initiative für die Nutzung der Sonnenenergie auf den Gebäuden. Gegenüber Atomkraftwerken hegt er seit deren Inbetriebnahme eine «gewisse Skepsis». «Man sollte sie innert nützlicher Frist stilllegen», sagt Fischer.

Seine Chancen bei den Nationalratswahlen vom 23. Oktober beurteilt er als «durchaus intakt». Er liegt auf Listenplatz 2 hinter der Winterthurer Nationalrätin Maja Ingold. Bei den Wahlen 2007 fehlten ihm nur 310 Stimmen zum späteren Sitzgewinn.

Die EVP-Vertretung im Nationalrat ist mit zwei Sitzen sehr klein und in die Fraktion mit der CVP (30 Sitze) und der GLP (5 Sitze) eingebunden. Dass er im Nationalrat als «Politiker der Hoffnung, nicht der Angst» etwas erreichen könnte, daran zweifelt er nicht. Er kennt seine Stärken: «Ich bin ein Brückenbauer. Bei der zunehmenden Polarisierung braucht es Menschen, die zwischen den beiden Polen vermitteln könne – in einer Atmosphäre der gegenseitigen Achtung und Würde.» (ZO/AvU)

Erstellt: 08.08.2011, 19:27 Uhr

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Kennzahlen Gemeinde

Bevölkerung

Einwohner 4438
Einwohner pro km2 199.6
Einwohner Entwicklung 10.2
Wanderungsgewinn 7.9
Geburtenüberschuss 4.3
Ausländeranteil 8.9%
Anteil Einwohner 0-19 26.7%
Einwohneranteil 20-64 62.4%
Einwohneranteil 64+ 10.9%
Anzahl Privathaushalte 1605
Anzahl Personen pro Haushalt 2.5

Wähleranteile in % (Nationalratswahlen)

Hauptsprache

Häufigste Deutsch 93,9%
Zweithäufigste Italienisch 1,7%
Dritthäufigste Albanisch 1,3%

Fläche

Fläche 22.2 km2
Anteil Siedlungsfläche 8.2%
Anteil Landwirtschaftsfläche 51.5%
Anteil Wald und Gehölze 39.1%
Anteil unproduktiver Fläche 1.2%

Bildungsstand (25-64-Jährige)

Ohne nachobligatorische Ausbildung 14.9%
Sekundarstufe II 58.9%
Tertiärstufe 21.4%

Arbeit

Erwerbsquote (15-64-Jährige) 80.8%
Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt) 1.37%
Beschäftigte im 1. Sektor 204
Beschäftigte im 2. Sektor 312
Beschäftigte im 3. Sektor 549
Betriebe im 1. Sektor 73
Betriebe im 2. Sektor 70
Betriebe im 3. Sektor 120

Wohnen

Wohndichte (Bewohner pro Wohnraum) 0.57
Wohneigentumsquote 59.1%
Neu gebaute Wohnungen je 1000 Einwohner 0.5
Leerstehende Wohnungen in % des Wohnungsbestandes 0.66%

Mobilität

Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel 15.5%
Privatwagenbenutzer 52%
Wegpendler in andere Gemeinde in % der erwerbstätigen Einwohner 65%

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Website Statistik Schweiz

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