Gerhard Fischer: Ethik prägt seine Politik
Doppelpass mit Gerhard Fischer
Das letzte Mal so richtig gefreut habe ich mich über...
... den intensiven und schönen Gesang der Vögel gestern Abend.
Mein bester Freund bezeichnet mich als...
... herzlich, umgänglich und motivierend.
Mein politischer Lieblingsgegner sind...
... all diejenigen, bei denen man nie recht weiss, woran man ist.
Die Meinung meiner Partei ist für mich...
... zutreffend. Wir haben in der EVP ja ein grosses Meinungsspektrum. Das ist so anregend wie motivierend.
Wenn ich König der Schweiz wäre, würde ich...
... mich dafür einsetzen, das wir unseren Kinder eine lebenswerte Schweiz hinterlassen
Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass...
... wir die Energiewende schaffen und die AKWs stillegen, die Familien gestärkt werden und alles tun, damit wir in einer gesunde Umwelt leben können.
Interview: Eduard Gautschi
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Wo das Foto gemacht werden soll ist keine Frage: «Draussen. Entweder im Obstgarten oder im Garten vor dem Haus», sagt Gerhard Fischer. Wir gehen zuerst in den Obstgarten. Etwa 60 Obstbäume stehen dort. Die meisten hat er selber gepflanzt, einige hat noch sein Vater gesetzt. Zwischen den Bäumen hat er breite Streifen Gras stehen lassen. Sie sind voller Blumen. Zeugen einer extensiven Bewirtschaftung.
«Ich bin gerne hier. Manchmal setze ich mich auch ins Gras, um Akten zu studieren. Man entdeckt hier immer wieder Neues». Oft hält er das, was er entdeckt, mit der Kamera fest. Fotografieren ist eines der Hobbies die er pflegt. Vor 40 Jahren hat der heute 60-Jährige den Hof vom Vater übernommen. «So früh Übernehmen müssen», sagt Fischer. Sein Vater war gesundheitlich angeschlagen und brauchte Hilfe.
Politik begleitet ihn seit seiner Kindheit. «Beide Grossväter waren politisch interessierte Mwenschen. Der Grossvater mütterlicherseits hat die EVP in Bäretswil mit gegründet.». Dass er ebenfalls Mitglied der EVP werden würde, war eine Selbstverständlichkeit. «Die Partei verkörpert meine politischen Ansichten und vertritt ein ziemlich breites Spektrum an Meinungen.»
Schon mit 23 übernahm er sein erstes Amt: Er wurde Mitglied der Gesundheitsbehörde. Von 1986 bis 1998 sass er im Gemeinderat. Acht Jahre lang war er Fürsorgepräsident. Dieses Amt hat ihn geprägt und ihn in seiner auf christlichen Grundwerten basierenden Haltung bestätigt.
Fischer ist ein sozial denkender und handelnder Mensch. Bei ihm ist Nächstenliebe kein Schlagwort, sondern eine Maxime. Eine Maxime, die bei ihm eng verknüpft ist mit seinem ökologischen Bewusstsein. Dass er sich für eine gesunde Umwelt einsetzt, sich für die Erhaltung unserer Landschaft und die Biodiversität stark macht, ist für ihn so logisch, wie sein Engagement für die Spitex, ein Altersheim oder – aus ökologischen Gründen – für den öffentlichen Verkehr.
Im Kantonsrat hat er vor allem Vorstösse zu den Themen Landwirtschaft, öffentlicher Verkehr, gerechtere Besteuerung der Familien und Problemen in den Schulen eingereicht. Er hat aber auch in einem Postulat ein Verbot des Sterbetourismus aus dem Ausland angeregt. Er hat die Verlängerung der Standesinitiative für eine Verlängerung des bestehenden Moratoriums über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ebenso unterstützt wie die Initiative für die Nutzung der Sonnenenergie auf den Gebäuden. Gegenüber Atomkraftwerken hegt er seit deren Inbetriebnahme eine «gewisse Skepsis». «Man sollte sie innert nützlicher Frist stilllegen», sagt Fischer.
Seine Chancen bei den Nationalratswahlen vom 23. Oktober beurteilt er als «durchaus intakt». Er liegt auf Listenplatz 2 hinter der Winterthurer Nationalrätin Maja Ingold. Bei den Wahlen 2007 fehlten ihm nur 310 Stimmen zum späteren Sitzgewinn.
Die EVP-Vertretung im Nationalrat ist mit zwei Sitzen sehr klein und in die Fraktion mit der CVP (30 Sitze) und der GLP (5 Sitze) eingebunden. Dass er im Nationalrat als «Politiker der Hoffnung, nicht der Angst» etwas erreichen könnte, daran zweifelt er nicht. Er kennt seine Stärken: «Ich bin ein Brückenbauer. Bei der zunehmenden Polarisierung braucht es Menschen, die zwischen den beiden Polen vermitteln könne – in einer Atmosphäre der gegenseitigen Achtung und Würde.» (ZO/AvU)
Erstellt: 08.08.2011, 19:27 Uhr
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