Der Tote im Staldenweiher – Folge 10
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Handlung und Personen in diesem Sommerkrimi sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.
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Das Wasser im Staldenweiher lag wie ein Teppich aus flüssigem Blei im Schatten der Bäume. Wolken verdeckten den Mond, nur die Lichter des kleinen Suzuki rissen eine Lücke in das Dunkel. Tristan Döbeli stieg aus. Als er am Ufer stand, warf er einen Stein ins Wasser und seufzte. «Platsch», antwortete der Staldenweiher.
«Scheissbullen», brummte Döbeli in die Düsternis. Die Kantonspolizei war keine Hilfe in der Frage nach den angeblichen Giftspuren an Dügglingers Leiche gewesen. «Auskünfte über laufende Untersuchungen geben wir nicht. Hätten Sie Ihren Kollegen Oberhänseler gefragt, müsste ich Ihnen das jetzt nicht am Telefon erklären», hatte der Beamte gestichelt. Döbeli war ratlos zurückgeblieben. Als läge die Antwort auf der Strasse, war er ziellos mit dem Redaktionsauto umher gefahren. Eher unbewusst endete seine Reise am Weiher. Das Fahrverbot scherte ihn gerade einen Dreck.
«Scheiss Oberhänseler», legte Döbeli nach. Er fasste nach dem nächsten Stein, der deutlich grösser war. Dabei richtete er seinen Blick auf den Fundort der Leiche, nur wenige Meter entfernt. Mit dem Stein in der Hand ging er hin. Die Angehörigen Urs Peter Dügglingers hatten die Stelle in eine Gedenkstätte verwandelt.
«Immer in unseren Herzen», versprach die Inschrift auf einem Blumenkranz. «Liebe Familie. Wir sind alle sehr traurig und wünschen Ihnen viel Kraft», stand in wackeligen Buchstaben neben der Zeichnung der Unterstufenklasse. «Der Tod ist nicht das Ende», beschwörte die lokale Freikirche auf einer brennenden Kerze.
Allein die Aufschrift eines herzförmigen Kissens aus Rosen machte ihn nachdenklich. Ein einziger, schlichter Buchstabe. «A», hauchte Döbeli und rückte seine schwarze Hornbrille zurecht. «Dügglingers Tochter heisst Anna Trudi.» Dann spürte er einen Stich im Herzen. Er dachte an eine frühere Freundin, deren Name ebenfalls mit A. begann. Es war lange her.
Döbeli warf den Stein mit voller Wucht ins Wasser. «Plonk», klang es zurück. Sein Hirn brauchte einige Sekunden, um zu schalten. Er stieg in den Suzuki und fuhr ihn dicht ans Ufer. Im Lichtkegel der Scheinwerfer erkannte er, wie das Wasser an einer Stelle sanft blubberte. Döbeli watete die wenigen Meter durch das seichte Wasser und wühlte im Sediment. Nicht lange, und er zog einen schweren Plastikbehälter aus dem Weiher. Hastig wischte Döbeli den Schlamm ab. Der Totenkopf auf der Etikette grinste ihm ins Gesicht. Döbeli zuckte zusammen, wie ein Fisch, der auf den Köder beisst.
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(yba)Erstellt: 25.07.2012, 20:30 Uhr
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