Reklamationen erwünscht

Von Stefan Krähenbühl. Aktualisiert am 14.06.2012 2 Kommentare

Reto Puma ist als umtriebiger Unternehmer bekannt. Der neuste Streich des Zürchers: eine Reklamationszentrale in Dübendorf, die Beschwerden über Firmen entgegennimmt. Die Finanzierung birgt Risiken – doch die Erfolgsaussichten sind gut.

Hilft frustrierten Kunden beim Formulieren ihrer Anliegen: Reto Puma, Gründer der Reklamationszentrale mit Sitz in Dübendorf. (Bild: Nicolas Zonvi)

Hilft frustrierten Kunden beim Formulieren ihrer Anliegen: Reto Puma, Gründer der Reklamationszentrale mit Sitz in Dübendorf. (Bild: Nicolas Zonvi)

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Die Welt lädt zur Frustration ein. Freie Sitzplätze in Pendlerzügen sind genauso selten wie E-Mails ohne Verkaufsabsichten, die neuste Elektronik ist nach kurzer Lebensdauer Schrott, und die Warteschlaufe des wegen falscher Rechnung kontaktieren Telekom-Anbieters pumpt einem spätestens nach fünf Minuten das Blut in die Wangen. Um dem Ärger Luft zu verschaffen, greifen viele Schweizer zum einzig verfügbaren Mittel: der Reklamation. Die Schreiben, die bei Schweizer Firmen täglich eingehen, sind zahlreich. Und sie ringen ihren Verfassern viel Zeit und Aufwand ab.

«Das muss nicht sein», dachte sich vor zehn Jahren der Zürcher Reto Puma. Für Puma, der zuvor frisch als Callcenter-Agent bei der Swisscom angefangen hatte, gehörten Reklamationen damals zum Tagesgeschäft. Seine Überlegung: Wenn ein Unternehmen als zentrale Anlaufstelle Reklamationen entgegennehmen und an die schuldbaren Firmen weiterleiten würde, könnten die Menschen viel Zeit und Nerven sparen. Die Idee wurde belächelt. «Ich war zu jung, um ernst genommen zu werden», sagt der 33-Jährige heute. «Das ist jetzt anders.»

Hoffen auf Kooperationen

Vor einem Monat lancierte Puma die erste Schweizer Reklamationszentrale. Infrastruktur, Technik und Personal teilt das Start-up mit dem Dübendorfer Callcenter Skylead, in dem Puma als Projektleiter tätig ist. Täglich gehen zurzeit mehrere Anrufe von Menschen ein, die mit einem Unternehmen oder einer Institution unzufrieden sind. Agenten nehmen die Reklamation auf, verfassen aufgrund der abgefragten Informationen einen standardisierten Brief und beschweren sich damit im ­Namen der anrufenden Person bei der Verursacherfirma – und das seit Lancierung am 7. Mai bereits rund 250-mal.

Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Freitag, 15. Juni. (ZO/AvU)

Erstellt: 14.06.2012, 20:35 Uhr

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2 Kommentare

ruth leemann

14.06.2012, 21:30 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Wie kann man nur von Erfolgsaussichten sprechen, wenn Risiken gepredigt werden - das kann ja wirklich keine Erfolgs-Geschichte werden - da kann man sich wirklich Zeit und Nerfen und auch Spesen sparen in dem man die Sache selbst an die Hand nimmt. Antworten






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