Pfäffikon rüstet sich für ein Volksfest
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«Ich bin gerade voll im Stress», sagt Urs Wehrli am Handy. Der Gärtner und Liegenschaftsverwalter aus Pfäffikon will am Wochenende am Seequai einen Wurststand betreiben. Gerade gibt er in einer Metzgerei im Dorf die Bestellung auf: Bis zu 2000 Würste hat er bei der letzten Seegfrörni 2006 an einem einzigen Sonntag verkauft.
«Solche Volksfeste im Winter sind einmalig», meint Wehrli. An seinem Stand treffe sich jeweils das halbe Dorf. Man hält einen Schwatz, freut sich am ungewöhnlichen Ereignis. Die ganze Familie packt mit an, «sogar meine 80-jährige Mutter».
Alle nehmen am Dorfleben teil
Auch bei der Stiftung zur Palme bereiteten sich alle auf einen Einsatz am gefrorenen See vor. «Wir verkaufen Marroni, heissen Apfelmost und Guetsli», sagt Geschäftsleiter Eric Rijsberman. Im Gegensatz zu Wurstverkäufer Wehrli muss das Unternehmen für Menschen mit Behinderung nicht auf Einkaufstour: «Die Äpfel für den Most stammen aus unserer Obstplantage in Wermatswil, die Guetsli aus unserer Hausbäckerei», sagt Rijsberman. Für die Mitarbeiter, so nennt er die Palme-Bewohner, sei die Seegfrörni immer eine besondere Zeit: «Mit dem Stand nehmen sie aktiv am Dorfleben teil und sind mitten drin in der Gesellschaft.»
Gemeinden teilen Ausgaben
Den Gemeindebehörden stehen arbeitsreiche Tage bevor. «Wichtig ist vor allem, dass Polizei, Feuerwehr, Seerettungsdienst, Samaritervereine, Naturschutz, das Bauamt und die Seegemeinden sich gut absprechen», sagt Peter Hauser, Leiter Sicherheit von Pfäffikon. Momentan fragt seine Behörde bei Bauern um Land für Parkplätze an, organisiert öffentliche Toiletten und plant die Regelung des Verkehrs.
Hauser will die Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Vorbereitung mit einbeziehen. «So war bei der letzten Seegfrörni der Weg zum Seequai völlig vereist», erzählt Hauser. Deshalb streue man jetzt vorsorglich Rollsplit.
Das erwartete Grossereignis bringt für die Gemeinde einiges an Kosten – aber auch Einnahmen von den Parkplätzen und Marktständen. Am Schluss erstellen die Seegemeinden Pfäffikon, Wetzikon und Seegräben eine gemeinsame Mischrechnung. Die letzte Seegfrörni kostete die Gemeinde Pfäffikon laut Hauser etwa 40'000 Franken. «Wenn man bedenkt, was ein solches Ereignis für die Leute bedeutet, lohnt sich das allemal.» (regio.ch)
Erstellt: 08.02.2012, 18:50 Uhr
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